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Interview – Im Gespräch mit Angelina Kirsch!

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Als Curvy-Model sagt sie den streitbaren Idealen der Modelindustrie beispielhaft den Kampf an. Somit verkörpert Angelina Kirsch für die wohl meisten Frauen das, was man als selbstbewusst und unabhängig bezeichnet. Wir sprachen mit der authentischen Schönheit unter anderem über Trends und Alltägliches…

Hallo Frau Kirsch! Wie sieht ein Tag in Ihrem Leben aus?
Das kann ich pauschal gar nicht beantworten. Jeder Tag ist bei mir anders. Wenn ich einen Modeljob habe, heißt es meistens früh aufstehen. Der Vorteil ist, dass ich mir zu so früher Stunde keine Gedanken um Haare und Make-up machen muss, denn ich werde ja beim Job schön gemacht. Dann geht’s also als erstes in die Maske. Danach kommt der Stylist zu mir und hilft mir ins erste Outfit. Nach einem kleinen Briefing, geht es dann direkt in‘s Set und der Fotograf schießt seine Fotos. Aber das ist nur ein Tag. Mein Beruf ist so vielseitig, dass selten ein Tag wie der andere ist. Sehr spannend!

Verraten Sie uns Ihren ultimativen Schönheitstipp?
Ich glaube, dass Schönheit von innen kommt. Jeder von uns kann diese Ausstrahlung haben. Für mich gehört da als Grundlage auf jeden Fall Glück und Selbstliebe dazu.

Sie haben Ihre Ausbildung in einer Parfümerie gemacht. Somit sind Sie bereits sehr früh mit den weiblichen Schönheitsidealen konfrontiert worden. Fühlten Sie sich in einer Art unter Druck gesetzt?
Ich habe meine Zeit in der Parfümerie genossen, weil ich schon immer Freude an Beauty-Produkten hatte. Für mich waren die vielen Bilder von schönen Frauen mit den neuesten Lippenstiften oder Lidschatten kein Druck, sondern eine Inspirationsquelle. Diese gesunde Einstellung habe ich schon früh durch meine Eltern, und vor allem durch meine Mutter vermittelt bekommem. Beide haben mir beigebracht, dass wir alle einzigartig sind und dass uns mehr ausmacht, als unsere äußere Hülle.

Wie gehen Sie mit negativen Vibes bezüglich Ihrer Figur um?
Ich gebe nichts auf negative Kommentare. Ich habe mich davon freigemacht, immer jedem gefallen zu wollen. Wichtig ist, dass ich mir gefalle und dass ich hinter dem stehen kann, was ich tue. Wenn ich selbst bei mir bin und mich liebe, dann kann mich auch kein negatives Wort zu meiner Figur verunsichern.

Waren Sie schon immer so selbstbewusst?
Ich habe dieses Selbstbewusstsein schon früh durch meine Eltern vermittelt bekommen. Einer der Schlüsselmomente war sicherlich der Tag, als sich meine Mutter mit mir und meiner Schwester vor den Spiegel gestellt und mit uns über das „Frauwerden“ gesprochen hat. Ihre Worte waren so wichtig und einprägsam: „Ihr werdet nun Frauen und Frauen haben Kurven. Die einen haben größere Kurven, die anderen haben kleinere. Nehmt euren Körper so an, wie er ist. Seid immer gut zu ihm, achtet auf eure Ernährung aber macht niemals eine Diät!“

Ihre Karriere ist der Traum vieler Mädchen: Sie wurden 2012 zufällig im Urlaub entdeckt und heute sind Sie das Kampagnengesicht renommierter Marken und laufen auf Modenschauen in Mailand und Madrid. Welchen Tipp geben Sie Mädchen mit auf den Weg, die auch Model werden wollen?
Zu allererst möchte ich sagen, dass es nie mein Traum war, Model zu werden. Ich wollte immer einen Job machen, der zu mir passt und für den ich mich nicht verbiegen muss. Als Curvy-Model geht das Konzept für mich auf und mittlerweile ist mein Beruf so vielseitig geworden und es haben sich Möglichkeiten ergeben, mit denen ich nie gerechnet hätte. Ich rate allen Mädchen, sich zu trauen, ihre Träume in Erfüllung gehen zu lassen. Wenn sich die Chance ergibt, dann greift zu! Aber seid auch immer ehrlich zu euch, denn schnell kann ein vermeintlicher Traum auch zum Alptraum werden.

Sie tragen nach eigenen Angaben Kleidergröße 42/44. Haben sie auch tatsächlich nur Kleidung in dieser Größe im Schrank?
Ich glaube alle Frauen werden mir jetzt zustimmen, wenn ich sage, dass man heute gar nicht mehr so einfach pauschal nach seiner Größe einkaufen kann. Jedes Label schneidet anders. Ich habe auch Kleider in Größe 40 im Schrank aber auch Teile in 46. Die Mehrheit der Klamotten hat eine 42 oder 44 hinten im Etikett stehen. Das ist für mich nicht wichtig, ich will mich nicht durch eine Zahl definieren, die auf einem Zettel hinten in meiner Hose steht!

Hand auf´s Herz: Was halten Sie von Germany´s next Topmodel?
Ich finde, es ist ein unterhaltsames Format. Aber auch nur so darf man es sehen: es ist pure Unterhaltung! Es hat mit der Realität nur wenig zu tun und es muss, wie jede andere Show auch genau mit diesem Abstand betrachtet werden.

Das Format „Curvy Supermodel – Echt. Schön. Kurvig“ welches Sie moderierten, wurde im November 2018 abgesetzt. Wie haben Sie das aufgenommen?
Curvy Supermodel war für mich eine tolle Erfahrung! Es hat mir viel Spaß gemacht, den Mädels mehr Selbstvertrauen zu geben und ihnen dabei zu helfen, über sich hinaus zu wachsen. Natürlich bin ich auch ein bisschen traurig, dass dieses Projekt vorerst vorbei ist. Aber ich bin sehr happy, dass alle drei Gewinnerinnen erfolgreich in der Modebranche arbeiten und freue mich auf neue Herausforderungen!

Vielen Dank für das tolle Gespräch und für Sie alles Gute!

© Foto: Angelina Kirsch!

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