ANZEIGE

Leserreise – Ein Märchen aus 1001 Nacht

Fotos: Letzeisen

Usbekistan ist für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte. Ja so mancher muss sogar erstmal nachschauen, wo es überhaupt liegt. Dabei blickt das zentralasiatische Land auf eine lange Geschichte zurück und die Vielfalt seiner Sehenswürdigkeiten ist schier endlos. Auf die Besucher warten bunte Märkte, traditionelle Handwerkskunst, historische Bauten, unvergessliche Landschaftsbilder und eine liebevolle Gastfreundschaft.

Die Faszination hat ihren Ursprung vor allem im reichen Erbe der Seidenstraße. Der usbekische Teil der Seidenstraße gehört vermutlich zu den schönsten Abschnitten des legendären Handelsweges. Der schier unendliche Warenstrom bescherte den einstigen Herrschern sagenhafte Reichtümer und ließ blühende Handelsplätze und Städte entstehen. Es ist eine Reise durch ein gigantisches Freilichtmuseum, in dem sich die Postkartenmotive aus 1001 Nacht dicht an dicht.
Auftakt der Reise ist Chiwa. Bereits am Morgen herrscht reger Betrieb vor der mächtigen Stadtmauer, die die Stadt seit mehr als 2500 Jahren umgibt. Großfamilien, Schulkinder in ihren Schuluniformen und Besuchergruppen drängen am Sonntag gleichermaßen in die Altstadt. Vom Vorplatz lässt sich die wahre Schönheit der Oasenstadt nur erahnen, aber einmal durch das Tor getreten, zeigt diese sich in ihrer ganzen Pracht. Entlang der engen Gassen säumen reich verzierte Moscheen, Koranschulen, Paläste und ockerfarbene Lehmhäuser den Weg. Sie bilden eine perfekte Kulisse für Filme wie „Aladin und die Wunderlampe“ und andere Märchenverfilmungen aus 1001 Nacht. In dem Meer aus über 50 kulturhistorischen Bauwerken der Altstadt, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, sticht das Kalta-Minor-Minarett sofort ins Auge. Der mit türkisfarbenen Kacheln verzierte Blickfang wirkt mit seinen fast 15 Metern Durchmesser gegenüber den anderen Minaretten etwas untersetzt. Er sollte einst der höchste Moscheeturm in der islamischen Welt werden und einen Blick bis in das rund 380 Kilometer entfernte Buchara freigeben. „Weil der Khan befürchtete, man könne vom Turm aus in den Harem blicken, lies er den Bau 1855 stoppen“, schmunzelt Reiseleiter Azamat Azizov und zeigt auf das 26 Meter hohe Minarett. Direkt angrenzend sind die blau-weißen Majolika-Kacheln der Amin-Khan-Medrese ein weiter Blickfang. Aber auch das Pachlawan-Machmud-Mausoleum, die Dschuma-Moschee, deren holzvertäfelte Decke von 215 Säulen aus Holz getragen wird, und die Paläste Kunja Ark und Tasch Hauli bergen Erinnerungen an die historische Seidenstraße.

Ein Hauptknotenpunkt des Handelwegs war Buchara. Hier haben Händler aus der Fremde das Stadtbild ebenso geprägt wie die reichen Kaufleute, die hier einst residierten. So ist die Chor-Minor-Moschee im indischen Stil gebaut worden. Das Samaniden-Mausoleum, das älteste in Zentralasien, beeindruckt noch heute mit seiner einzigartigen Ziegelarchitektur. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Minarett Kalon. Dieses begeisterte mit seinem Ziegelmuster schon Dschingis Khan, sodass er es, im Gegensatz zu dem Rest der Stadt, nicht von seinen Truppen zerstören lies. Daneben finden sich weitere Bauwerke des Kalon-Komplexes. An der alten Seidenstraße wurde architektonisch halt geklotzt und nicht gekleckert.
Das nötige Geld brachte der Handel ein, der damals wie heute unter den alten Basarkuppeln stattfand. Hier finden Touristen alles was das Herz begehrt. Durch diese Märkte zu schlendern macht selbst Shoppingmuffeln Freude. Denn in den engen und verwinkelten Gassen mit den unzähligen Geschäften schlägt das wahre Herz Usbekistans. Bunte Keramik, handgefertigte Woll- und Seidenteppiche, kunstvoll zu Pyramiden geformte Gewürze, Silberschmuck, Kappen, Holzschnitzereien – dazwischen Seidentücher in leuchtenden Farben – es gibt nichts, was es nicht gibt. In den Auslagen buhlt die Ware um die Gunst der Käufer, kräftig unterstützt von den freundlichen Marktfrauen in ihren geblümten Kleidern und den farbenfrohen Kopftüchern, die die Souvenirs feil bieten. Sprachliche Barrieren gibt es nicht, denn man handelt mit „Händen und Füßen“.

Wo einst Kamele die Handelsreisenden von Buchara nach Samarkand durch das Land trugen, verbindet heute der „Afroiab“ die Städte Buchara, Samarkand und Taschkent. Der moderne Hochgeschwindigkeitszug, vergleichbar mit einem ICE in Deutschland, bringt Touristen und Einheimische zügig und komfortabel durchs Land vorbei an blühenden Oasenstädten, einsamen Wüsten, fruchtbaren Tälern und eindrucksvollen Gebirgen.
Eindrucksvoll ist auch Samarkand – der Name beschwört Bilder vom Orient herauf. Die einstige Hauptstadt der Provinz Sogdien wurde ins persische Reich eingegliedert, später wurde es von Alexander dem Großen erobert und war im 14. Jh. Zentrum des Weltreichs von Amir Timor. Der große Herrscher und seine Nachfolger hinterließen prächtige Architekturdenkmäler – vieles davon ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Der Ragistan, der von drei mächtigen Medresen flankierte Platz, gilt als einer der prächtigsten Plätze Mittelasiens. Die türkisen Kuppeln glänzen in der Sonne während die Kacheln in allen Blautönen schimmern. Die Augen wandern von links nach rechts und zurück – es ist schier unmöglich sich an dieser Pracht satt zu sehen.
Der Höhepunkt der Reise findet sich in der Gräberstadt Schahi- Sinda mit ihren riesigen Melonenkuppeln und den glasierten Fliesen, die die Fassaden bedecken. Genau dieses Bild bleibt bei den Besuchern in besonderer Erinnerung. Auch wenn eine Reise nach Usbekistan kein Erholungsurlaub ist, ist es ein Abenteuer voller Exotik, oder ein Märchen aus 1001 Nacht, das plötzlich Realität wurde.

Infos und Buchungen:
Die 8-tägige „Erlebnisreise – Usbekistan zum Kennenlernen“ kann bei Gebeco zum Preis ab 1545 Euro pro Person gebucht werden.
Weitere Informationen gibt es unter www.gebeco.de.

Buchtipp: Reiseführer „Usbekistan“ von DuMont erhältlich im Buchhandel zum Preis von 24,99 Euro.

Fotos: Letzeisen

You must be logged in to post a comment Login