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Vogelpark Niendorf – Auge in Auge mit dem Hornvogel

Fotos: Regine Tams

Nur ein kleiner Schlitz ist Verbindung zur Außenwelt. Die Hornvogelmama mauert sich vier Monate ein, um ihr Junges – ein einziges – zur Welt zu bringen. Gefüttert wird sie vom Männchen durch die schmale Öffnung, die sie auch zum Koten nutzt, damit das Nest sauber bleibt. Wenn sie meint, die Zeit ist reif, ihr Junges der Außenwelt zu präsentieren, meißeln die Eltern die Nisthöhle auf.

Das Magazin Lübecker Bucht besucht den Niendorfer Vogelpark und schaut hinter die Kulissen. So ein Tag ist für den Inhaber des Vogelparks Klaus Langfeldt lang und endet abends meist nicht vor 22 Uhr – jeden Tag. Dabei kümmert er sich nicht nur um seine zahlreichen Vögel, sondern auch um die kleinen und großen Gäste. Setzt sich ebenso ins Häuschen und kassiert den Eintritt. Uns führt der Hobby-Ornithologe, der seit 71 Jahren Vögel hegt und pflegt, übers Gelände zunächst ins Gehege zu „Otto“, den Pelikan. Der kommt auch gleich mit seiner Gefährtin angeschwommen, dreht ein paar schwungvolle Runden und zieht dann wieder ab. Im Vogelhaus mit den Exoten werden wir laut lachend vom Beo begrüßt. „Mach kein Unsinn“ mahnt ihn Klaus Langfeldt und prompt plappert er es nach. Wir besuchen den Hornvogel, der auf einer Holzstange sitzt und uns ganz ruhig betrachtet. Sein braunes Auge ist weiß umrandet und ein paar lange gerade Wimpern unterstreichen seine Punkfrisur. Vom Weibchen sehen wir durch den Schlitz nur ein Stück vom Schnabel. Ob das Junge wohl schon da ist?

Es ist Fütterzeit für die kleine Ringeltaube. Sie ist wohl aus dem Nest gefallen und wurde vor Kurzem im Vogelpark abgegeben. So etwas passiert immer wieder. Auch größere verletzte Vögel werden aufgepäppelt und finden ein Zuhause. Vor einiger Zeit wurde ein Seeadler abgegeben, der sich in einer Hochstromleitung verfangen hatte und nun mit einem gestutzten Flügel in einem Freigehege lebt. Die kleine Taube ist schon ganz unruhig, muss sich aber noch einen Moment gedulden, denn ihr Futter wird erst zubereitet. Es gibt einen Brei aus geschrotetem Getreide und Früchten. Dann ist es endlich soweit. Doch das Flaum bedeckte Bündel zappelt derart, dass Klaus Langfeldt Schwierigkeiten hat, es zu halten. Er zieht den Brei in die Spritze und schließlich gelingt es doch noch. Schnabel auf und rein damit. Neugierig beobachtet der 12-jährige Diniz das Vogelbaby. Er kommt aus Portugal und macht gerade Urlaub mit seinem Vater und seiner Großmutter an der Lübecker Bucht. „Would you like to feed him too?“, fragt der Vogelparkleiter. Neben seiner Muttersprache spricht Diniz Englisch. „Yes, of course“, antwortet er und strahlt übers Gesicht. Gar nicht so leicht eine dreiwöchige hungrige Taube zu füttern. Mit Geduld klappt es dann aber und übrig bleibt nichts.

Wie Sie sehen – ein Besuch im Niendorfer Vogelpark bringt immer Überraschendes mit sich. Für die Pause zwischendurch genießen Sie auf der Terrasse am Teich im Café selbst gebackenen Kuchen und andere Leckereien. Übrigens, ganz in der Nähe ist ein großer Parkplatz vorhanden.

Weitere Infos finden Sie unter www.vogelpark-niendorf.de.

Fotos: Regine Tams

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