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Pflanzentipp – Fingerhut (Digitalis)

Foto: Wolfgang Assmann

Der Name Fingerhut leitet sich von der lateinischen Bezeichnung Digitalis ab und bezieht sich auf seine Blütenform. Er gehört zur Familie der Wegerichgewächse, von denen es rund 25 Arten gibt, die in Europa, Nordafrika und Westasien zu finden sind. Bei uns heimisch und weit verbreitet ist der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), Im Mittelalter galt der Fingerhut im überlieferten Volksglauben als magische Pflanze, da von ihm aufgrund seiner Giftigkeit eine tödliche Gefahr ausging.

Medizinisch soll er zuerst in Irland genutzt worden sein, um „verhexte“ Kinder zu heilen, was jedoch oft mit tödlichem Ausgang verbunden war. Ebenso schützte man sich mit dem Roten Fingerhut gegen den „bösen Blick“. Heute werden die Glykoside, die im Fingerhut enthalten sind, von der Medizin zur Herztherapie genutzt. In England heißt er „purple foxglove“, also purpurner Fuchshandschuh. Der Legende nach haben sich die Füchse durch das Läuten der Blumenglöckchen gegenseitig vor den Jägern gewarnt. Auch sollen sie die Blüten auf den Pfoten getragen haben, um sich so ganz leise an die Hühner heranschleichen zu können.
In Mitteleuropa ist der Rote Fingerhut die am meisten verbreitete Sorte. Das Farbspektrum anderer Sorten reicht von Lila über Rot und Rosa bis hin zu Gelb und Weiß. Seine grünen, länglichen Blätter stellen dabei einen stilvollen Kontrast zu den bunten Blüten dar, die von der Form her glockig sind und eine Länge von etwa 5 cm haben. Die Blütezeit dauert von Juni bis August. Der Fingerhut als Waldrandpflanze liebt den wechselnden Schatten von lichten Bäumen und bevorzugt humusreiche, mäßig feuchte Böden, die nährstoffreich und kalkarm sein sollten.

In den letzten Jahren hat er sich bei vielen Gartenbesitzern zu einer sehr beliebten Pflanze entwickelt. Insbesondere in natürlich gestalteten Gärten, bringt er dank seiner aufrechten Wuchsform eine vertikale Struktur ins Blumenbeet. Auch für die Kombination mit flächigen, großblättrigen, aber auch mit senkrecht wachsenden Pflanzen ist der Fingerhut hervorragend geeignet. Vor dunklem Hintergrund, wie zum Beispiel vor einer Hecke oder zwischen locker wachsenden Sträuchern, ist seine Wirkung besonders gut. Aufgrund seiner Höhe von bis zu zwei Metern ist er gut zu erkennen und stellt auch in hinteren Gartenbereichen einen Blickfang dar. Bezaubernde Kombinationen ergeben sich mit Elfenblumen, Silberkerzen, Ballonblumen, Funkien, Purpurglöckchen, Farnen, sowie unterschiedlichen Gräsern. Alternativ kann der Fingerhut auch mit vielen anderen, ebenfalls eher senkrecht wachsenden Stauden, wie z. B. Rittersporn gepflanzt werden.
Die Kultivierung des Fingerhutes kann durch Pflanzung als Topfware aus dem Fachhandel oder durch Aussaat erfolgen. Bei der Aussaat durch Samen im Juli/ August werden im ersten Jahr nur Blattrosetten gebildet, die Blüte erfolgt dann im darauffolgenden Jahr. Der Fingerhut ist nicht nur frosthart und kann auch kalte Winter problemlos überstehen, er benötigt sogar den Kältereiz, um im folgenden Sommer ausreichend Blüten ausbilden zu können.

Wie eingangs erwähnt, sind alle Pflanzenteile des Fingerhutes giftig. Bei allen Arbeiten mit ihm empfiehlt sich das Tragen von Gartenhandschuhen, da bei empfindlichen Personen schon bei geringem Kontakt Ausschläge oder Rötungen auf der Haut entstehen können. Auch sollte der Fingerhut besser nicht in Gärten gepflanzt werden, in denen häufig Kinder spielen.

Text+Foto: Wolfgang Assmann

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