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Sonderausstellungen in Lübecker Museen!

(c) Museum Behnhaus Drägerhaus

Die Sommermonate haben wieder viele kunstvolle Momente im Gepäck. Lassen Sie sich inspirieren und besuchen Sie die zahlreichen Sonderausstellungen der Region. Seit Mai, noch bis zum 25. August, läuft die Schau „Der Herkunft auf der Spur – Museumserwerbungen der NS-Zeit“ im St. Annen-Museum und im Behnhaus Drägerhaus in Lübeck.

Woher stammen die Exponate in unseren Museen? Wie kamen sie in die Sammlung? Mit diesen Fragen nach der Herkunft beschäftigt sich die Provenienzforschung. Ein großes Forschungsfeld ist dabei der Zeitraum 1933 bis 1945, da während der Zeit des NS-Regimes unzählige Kulturgüter beispielsweise durch Beschlagnahme oder Zwangsverkauf entwendet wurden. Um dieses Unrecht aufzuarbeiten, verpflichteten sich insgesamt 44 Staaten, darunter auch Deutschland, durch die 1998 verabschiedete „Washingtoner Erklärung“, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut ausfindig zu machen und „faire und gerechte Lösungen“ zur Rückgabe dieser Kulturgüter zu finden. Auch in den Dauerausstellungen der beiden Häuser befinden sich Objekte, die im Rahmen des Projekts untersucht wurden. Sie sind mit zusätzlichen Objektschildern gekennzeichnet, die Aufschluss über die Herkunft und den Erwerb geben.

Ebenfalls seit Mai ist im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk ist die Sonderausstellung „ERINNERUNG UND NEUANFANG Das Hochofenwerksgelände – wie es war – wie es ist“ zu sehen. Die Anzahl der Menschen, die das Lübecker Hochofenwerk noch erlebten oder dort arbeiteten, in der Umgebung wohnten oder sonst einen Bezug zum Betrieb haben, wird immer geringer. Vielen Menschen ist das Thema Industrialisierung nur noch aus Schulbüchern bekannt. Verbunden ist damit der Verlust von grundlegendem Wissen über Technik und Handwerk. Das führt dazu, dass man sich heute nicht mehr vorstellen kann, unter welchen schweren und gesundheitsschädigenden Bedingungen über Jahrzehnte gearbeitet werden musste. Die Schau läuft noch bis zum 22. September. Infos zu beiden Ausstellungen finden Sie unter www.die-luebecker-museen.de.

Im Lübecker Hansemusem können Sie noch bis zum 7. Juli die Wanderausstellung „Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 bis 1933“ betrachten. Das Reichsbanner war während der Weimarer Republik ein politischer Wehrverband zum Schutz der demokratischen Republik. Die Räumlichkeiten des Burgklosters erscheinen manchmal wie ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Doch in den ehemaligen Zellen und Gerichtssälen des angeschlossenen Burgklostergerichts wurden im Dritten Reich Lübecker interniert und verurteilt. Der Grund: Sie stellten sich gegen das NS-Regime oder setzten sich für die Weimarer Republik (1919-1933) ein. Manche Urteile über die Weimarer Zeit vermitteln das Gefühl, die Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen: „Die Weimarer Republik war eine Demokratie ohne Demokraten, ihr Ende von Anfang an vorgezeichnet!“ Aber in der rückwärtigen Geschichtsbetrachtung lässt sich so etwas leicht behaupten. Dass solche viel geäußerten Pauschalaussagen nur einen Teil der Realität darstellen, zeigt die neue Sonderausstellung „Für Freiheit und Republik!“. Infos unter www.hansemuseum.eu.

Der Herkunft auf der Spur: Gotthardt Kuehl. Der singende Mann1941.147 ©Museum Behnhaus Drägerhaus

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