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Pflanzentipp – Die Lotos- blume (Nelumbo)

Foto: lzf - depositphotos.com

Kaum eine andere Pflanzenart hat eine so starke symbolische und spirituelle Bedeutung wie die Lotosblume, botanisch Nelumbo. In Asien und im Buddhismus steht sie für Erleuchtung, Weisheit und Wiedergeburt, in China sinnbildlich für Treue, Liebe und eine harmonische, eheliche Verbundenheit. Der Legende nach soll Buddha auf einem Lotos geboren worden sein. In der Mogularchitektur findet man die Lotosblüte in umgedrehter Form als Kuppel des Taj Mahal in Indien wieder.

Weltweit existieren 2 Arten von Lotosblumen, die in Amerika beheimatete Nelumbo lutea und die in Asien beheimatete Nelumbo nucifera.
Die ausdauernde Wasserpflanze, die aus Rhizomen wächst, ist trotz großer Ähnlichkeiten mit unserer heimischen Seerose (Nymphaea) botanisch nicht verwandt. Der Aufbau beider Wasserpflanzen weist deutliche Unterschiede auf. Während die Blätter und Blüten der Seerose auf der Wasseroberfläche schwimmen, wachsen die der Lotosblume an langen Stielen und stehen über dem Wasser. Obwohl sie in tropischen Bereichen beheimatet ist, kann sie auch in unseren Breiten kultiviert werden, wenn einige Regeln beachtet werden. Die Kultivierung kann auf zwei Arten erfolgen: 1. im Freien, am besten in einem speziellen für Lotosblumen angelegten Teich und 2. in runden schwarzen Kübeln, wie zum Beispiel Maurerbütten. Schwarze runde Kübel haben den Vorteil, dass sich das Wasser in ihnen schnell erwärmt und das Rhizom wachsen kann, ohne sich zu verhaken. Diese Gefahr bestünde in eckigen Behältern, was dann zum Absterben der Pflanze führen würde.

Die ideale Pflanzzeit für die Lotospflanze liegt zwischen Anfang April und Ende Mai, wenn das Rhizom die empfindlichen Triebspitzen noch nicht ausgebildet hat. Alternativ kann man zu einem späteren Zeitpunkt im Fachhandel vorgezogene einjährige Pflanzen in Gitterkörben kaufen und diese im Teich, bzw. in Kübeln einsetzen. Als Substrat benötigt der Lotos für die Blatt- und Blütenbildung lehmige, sandige und mineralische Erde, in der spezieller Seerosendünger und Hornspäne eingearbeitet worden sind. Auf keinen Fall darf Kompost oder Mist hinzugefügt werden, da dies zu Fäulnis und zum Absterben der Pflanze führen würde. Kalkarmes Wasser, idealerweise Regenwasser, sollte verwendet werden. Pro Quadratmeter Teichfläche rechnet man eine Pflanze. Der Abstand zwischen Pflanzsubstrat am Boden und der Wasseroberfläche liegt in der Regel zwischen 30 und 50 cm. Die optimale Wassertemperatur für das Wachstum des Lotos muss mindestens 20° und darf nicht mehr als 30° betragen. Für die Bildung von Blüten benötigt er eine sogenannte „Wärmesumme“ d. h., sobald eine bestimmte Anzahl von Stunden mit einer Wassertemperatur von 20°erreicht ist, beginnt sie.

Während der Vegetationsperiode bildet die Pflanze Überwinterungsrhizome aus, die im Freiland im Teich belassen werden können. Voraussetzung ist jedoch, dass das Wasser nicht durch- und das Rhizom nicht erfriert. Eine Wassertiefe von 20 bis 30 cm zwischen Boden und Wasseroberfläche reicht bei milden Wintern vollkommen aus. Bei starkem, lang anhaltendem Frost empfiehlt sich eine Schutzabdeckung mit Luftpolsterfolie oder Styropor. Lotospflanzen im Kübel können im frostfreien Gewächshaus oder im Keller überwintern. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Temperatur dauerhaft nicht mehr als 10° beträgt, da das Rhizom sonst frühzeitig wieder austreibt. Zu erwähnen bleibt noch, dass die Lotospflanze auch Gegenstand von Forschungen in der Wissenschaft ist. Der sogenannte Lotoseffekt beruht auf der Eigenschaft der Blattstruktur, Wassertropfen und Staubpartikel abrollen zu lassen. Die nanoartige Struktur der Blätter weist kleine Erhebungen auf, die von Wachskristallen überzogen sind und Wassertropfen keinen Halt gewähren. Die Industrie nutzt dieses Phänomen für die Oberflächenversiegelung. Amerikanische Wissenschaftler haben in den Samen der Lotuspflanze ein Enzym entdeckt, welches vermutlich den Alterungsprozess verzögern soll.

Wer die prachtvolle Blüte dieser majestätischen Pflanze erleben möchte, dem sei ein Besuch des Arboretums Ellerhoop-Thiensen empfohlen. Den Zeitpunkt der Blüte, in der Regel im Juli/August, kann man dort telefonisch erfragen.

Text Wolfgang Assmann

Foto: lzf – depositphotos.com

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