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Interview – Im Gespräch mit Nena

© Foto: KRISTIAN SCHULLER

Hallo Nena! Sie (Ob Sie oder Du – Die Entscheidung überlasse ich Ihnen) sind bereits seit 2018 mit ihrer „Nichts versäumt – Tour“
quer durch Deutschland unterwegs und in Kürze geht die Tour 2019 weiter. Wie läuft es bisher?
Sehr gerne Du bitte! Siezen halte ich nie länger als drei Sekunden aus. Ich finde das albern … Wozu noch absichtlich in die Distanz gehen, wo wir doch alle, wenn wir ehrlich sind, ein tiefes, natürliches Bedürfnis nach Nähe haben. Und auf deine Frage, wie es läuft: Die Tour macht unglaublich viel Spaß und freu mich schon total auf die Open Air-Konzerte dieses Jahr und ganz besonders auf das Konzert in Timmendorfer Strand!

Du hast im letzten Jahr 40-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Und auch heute wirken selbst die ältesten Hits nicht müde.
Woher nimmst Du Deine Power?
Aus der Freude an dem, was ich mache. Ich bin seit 40 Jahren auf der Bühne, und es bleibt spannend, und immer noch ist jedes Konzert neu und anders. Es ist herrlich, mit den Leuten, die in unsere Konzerte kommen, im direkten Austausch zu sein. Und was mich auch immer wieder fasziniert ist, dass man in den letzten Minuten vor einem Auftritt nicht einfach aussteigen kann. Man kann sich nur noch voll auf das Abenteuer einlassen, ohne zu wissen, was genau passieren wird. Und genau dieses Gefühl spornt mich immer wieder aufs Neue an.

Wie schafft man es, bei so viel Trouble abzuschalten?
Entspannung kommt nicht von alleine. Wenn ich daran nicht täglich arbeite, durch Meditation zum Beispiel, bewusstes Atmen, schöne Gedanken,
in die Natur gehen, liefere ich mich hoffnungslos dem allgemeinen hyperaktiven Strom aus und gerate unweigerlich in totalen Stress. Das passiert mir immer wieder, aber bevor ich mich darin verliere, hab ich es meistens auch gemerkt und kann aussteigen. Auch auf Tourneen suche ich mir täglich den nächsten Wald und genieße die Ruhe dort. Aber auch das ausgiebige Feiern gehört dazu und ist genauso wichtig wie die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (lacht).

Was war aus Deiner Sicht die beste Zeit?
Die beste Zeit war und ist immer genau jetzt.

Mit Deiner Musik gehst Du ganz klar mit der Zeit. So hast Du in der TV-Show „Sing Meinen Song“ auch die Zuschauer mit einer fetten
Rap-Performance überrascht. Kannst Du Dir vorstellen, noch weiter in dieses Genre vorzudringen?
In der Show habe ich „Fantasie“ von Samy Deluxe gecovert. Ein Track mit viiiiieeeel Text und einem rasanten Tempo. Ich wollte wissen,
ob ich so was kann und ja, die Herausforderung war groß, aber nicht zu groß …(lacht) Ich habe durch Samy und seine Art Texte zu schreiben,
nochmal einen anderen Zugang zu meiner eigenen Sprache gefunden. Und da kommt bestimmt noch was hinterher.

Am 07. September bist Du in unserem schönen Timmendorfer Strand, um bei „Stars am Strand“ aufzutreten.
Erwartet die Fans dort auch eine musikalische Überraschung?
Freut Euch auf eine laute, knackige Rockshow, die an vielen Stellen auch sehr gefühlvoll daher- kommt. Musikalisch sind wir auf einer Reise
durch 40 Jahre Nena-Musik, und es ist alles sehr abwechslungsreich. Außerdem habe ich diesmal eine sogenannte B-Stage mitten im Publikum. Dort spielen mein Drummer, mein Bassist und ich an der Gitarre ein Mini-Punkset auf der kleinsten Bühne der Welt, angelehnt an das Feeling
von damals, vor 40 Jahren in dem Proberaum, wo alles begann.

Du stehst kurz vor der 60. Die Frage, die sich wohl jede Frau stellt ist: Wieso sieht sie so jung aus??? Verrätst Du Deinen Trick?
Lachen macht schön, hält jung und gesund. Es stärkt das Immunsystem und beschleunigt Heilungsprozesse – eines von meinen hunderttausend Lieblingsrezepten.

Gibt es etwas, dass Du unbedingt noch erreichen willst?
Leben ist weder Hetzjagd noch eine To Do-Liste. Wir sind alle in lebendigen, beweglichen Prozessen und unsere Herausforderung besteht nur
darin, das zu akzeptieren, Punkt! Und immer wieder können wir eigenverantwortlich entscheiden, welche Wege wir einschlagen ; )

Wovon lässt Du Dich in Sachen „Mode“ inspirieren?
Hauptsächlich von meinem jeweiligen Körpergefühl und von meinem Gespür dafür, was für mich dran ist. Darauf kann ich mich immer verlassen. Aber auch äußere Eindrücke spielen eine Rolle. Bilder, Farben, Muster, Menschen, die man trifft oder auf der Straße sieht. Und auch Musik
inspiriert mich in Sachen Mode.

Zum Abschluss etwas Gewagtes: Du sagtest einmal in einem Interview, dass Du intime Fragen magst.
Also dürfen wir Sie sicher fragen, ob Du noch Achselhaare trägst, oder?
Mein Ausflug in das Gebiet „Achselhaare werden niemals rasiert“ ist lange vorbei und seit damals ist der Fall für mich erledigt. Ich sehe aber immer mal wieder weibliche Künstlerinnen, die sich dem Thema widmen und ihre unrasierte Pracht unter den Armen zeigen. Und anscheinend war ich da wohl Vorreiterin. Die Story ging damals durch die Weltpresse. In praktisch jedem Land, in dem wir in den 80ern unterwegs auf Tour waren, haben mich Journalisten immer wieder darauf angesprochen, auch in Japan … Und vor allem in England haben sich die Leute über mich beklagt – was mir einfallen würde, so etwas Schlimmes und Ekelhaftes zu tun … (lacht).

Wir bedanken uns sehr für das nette Gespräch und freuen uns riesig auf Deinen Besuch in Timmendorfer Strand!

© Foto: KRISTIAN SCHULLER

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