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Neptuns Küche – Frische Fische

(c) Regine Tams

Es duftet nach gebratenem Fisch. Kleine Stücke vom Ostseelachs und Butt brutzeln in den Pfannen in der Bude 4 am Niendorfer Hafen. Davor hat sich eine Menschentraube gebildet an diesem Gründonnerstag.

Fischermeister Reinhard Rahn trennt Kopf und Seitenfinne vom Goldbutt und filetiert ihn. Dann übernimmt Ursula Neumann, salzt und wendet den Fisch in Mehl. Ab damit in die Pfanne mit heißem Öl. Nach kurzer Zeit sind die Filetstückchen knusprig und goldbraun. Auf kleinen Tellern mit einer Gabel serviert sie ihn den neugierigen Zuschauern. „Sehr lecker“, finden die und weitere drängeln sich nach vorn, um zu probieren.

„Wir wollen den Gästen demonstrieren, wie man frischen Fisch zubereitet“, sagt die Initiatorin des tollen Angebots. Und fügt noch hinzu: „Und natürlich darf probiert werden. Der Fischermeister erzählt gern etwas aus seinem Leben als Fischer und bietet nebenbei Seestücke, von denen eine Auswahl in der Fischbude zu begutachten sind. Malen ist sein Hobby und das Meer sein Sujet. Kein Wunder, hat er doch über 40 Jahre als Fischer gearbeitet und zeigt stolz auf ein Foto mit seinem Kutter. Der sei heute auf Rügen im Einsatz. „Mein Vater war schon Fischer“, sagt er. Neben Heringen, Schollen und Lachs, fangen wir hier auch Dorsch. Sein größter habe ohne Kopf 90 Kilogramm gewogen. Sehr lecker sei auch der Steinbutt, der sich erholt habe. „Man hat ihm sogar die Schonzeit genommen, aber heute werden nicht mehr so große Exemplare gefangen“, so Rahn. Aber hart sei die Arbeit heute immer noch. „Der Fischermann ist dem Herrgott sein Dummerchen“, findet er. Der Verein Niendorfer Fischer e.V. und die Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH veranstalten einige Mal im Jahr das beliebte Fischinfo-Event. Wer gern frischen Fisch isst, kommt morgens zu den Fischbuden am Niendorfer Hafen.

Dort gibt’s die Delikatesse direkt aus dem Meer und Sie können den Fischern auch noch bei ihrer Arbeit zusehen. Berufsfischer gibt es natürlich nicht mehr viele. Der Verein wurde vor über 100 Jahren, 1907 mit 40 Mitgliedern, gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg kamen Fischerfamilien als Flüchtlinge aus den Ostgebieten nach Timmendorfer Strand und Niendorf/Ostsee dazu, sodass in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gut 50 größere Kutter und Boote den Hafen füllten. Damals zählte der Verein 90 Mitglieder. Später musste die europäische Fischereiflotte verkleinert werden. Dadurch wurden viele der größeren Boote im Hafen verkauft. Heute dümpeln kleinere Fischkutter mit den Zeichen NIE, TIM oder SO im Niendorfer Hafen und tragen zum unverwechselbaren Charme bei. Erstes steht für Niendorf, das zweite natürlich für Timmendorfer Strand und SO für Schleswig-Holstein und Niendorf, denn N ist schon für Neustadt vergeben.Wer gern leckeren Fisch probieren und Wissenswertes über Fang und Zubereitung erfahren möchte, besucht Neptuns Küche bei den Kleinfischern an der Fischbude 4 direkt an der Kaikante vom Niendorfer Hafen.

Termine und weitere Infos gibt’s unter www.timmendorfer-strand.de.

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