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Geniale Idee der Strandkorb!

© Foto: ii-graphics / depositphotos.com

Was wären die Strände an der Lübecker Bucht ohne das blauweiß gestreifte Möbelstück auf dem Sand, in das man sich gemütlich zurücklehnen kann. Der Urlaub am Meer wäre ohne den Strandkorb nur halb so schön. Das schöne geflochtene Sitz- und Liegemöbel schützt vor Wind, Sand und Regenschauer. Auf den ausziehbaren Fußkästen kann man bequem die Beine ausstrecken und Klapptischchen dienen als Ablagefläche.

Doch wer hat sich das gute Stück ausgedacht? Vorläufer des Strandkorbes gab es bereits im 17. Jahrhundert in niederländischen Wohnstuben. Man findet sie auch auf Bildern des 18. Jahrhunderts in englischen Schlössern. Früher war es in Wohnhäusern und Gütern allemal viel zugiger als heute. Sie sollten vor Zugluft schützen. So wie wir ihn kennen, ziert er schon lange die Strände an Ost- und Nordsee. Genaugenommen seit etwa 1910, denn seitdem hat er sich nur wenig verändert. Als Erfinder gilt der Rostocker Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann, der den ersten 1882 baute. Die eigentliche Geschichte beginnt im Frühjahr des Jahres in der Werkstatt des kaiserlichen Hofkorbmachers. Er wurde dort von der adeligen Dame Elfriede von Maltzahn aufgesucht, die unter schwerem Rheuma litt. Da sie aber den Aufenthalt am Strand liebte, wünschte sie sich einen Stuhl, der sie vor Wind und Sonne schützte. Sie hatte auch eine bestimmte Vorstellung vom Möbelstück. Bartelmann flocht daraufhin aus Weiden und Rohr den ersten Strandstuhl als Einsitzer. So konnte die Dame ihrer Lieblingsbeschäftigung wieder nachgehen und wurde von anderen Badegästen bewundert.

Die Aufträge in der Werkstatt des Erfinders stiegen rapide an, sodass seine Frau die erste Strandkorbvermietung in der Nähe des Leuchtturms in Warnemünde eröffnete. Er tüftelte weiter an dem Erfolgsmodell und baute den ersten Zweisitzer, den er mit Fußstützen, Markisen und Seitentischen ausstattete. Frau Bartelmann war geschäftstüchtig und richtete bis 1900 weitere Vermietungsstandorte an der Ostsee wie etwa in Kühlungsborn und Müritz ein. Auch viele Nordseebäder wurden mit Strandkörben beliefert. Das Geschäft expandierte, aber reich wurde Bartelmann nicht, weil er verpasste, das Patent einzureichen. Heute gibt es im Wesentlichen zwei Bauarten des Strandkorbs: den Nordsee- und Ostseestrandkorb. Die beiden Varianten unterscheiden sich voneinander, wobei der an der Nordsee eine mehr gerade Haube und rechtwinklige Seitenteile hat. So ist er auf das rauere Klima abgestimmt. Sein Kollege an der Ostsee punktet mit weicheren Formen durch geschwungene Seitenteile und eine runde Haube. Beide Varianten gibt es als Voll- oder Halblieger. Sie werden an den Nord- und Ostseeküsten von Familienbetrieben, die oft seit Generationen bestehen, weiterhin in Handarbeit gefertigt. Heute sind sie immer beliebter und werden nicht nur an Stränden genutzt. Auch in Gärten und auf Terrassen zeigen sie sich von ihren schönsten Seiten – in edlem Holz oder auch mal als Schlafstrandkorb.

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