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Frühlings frisch

© Foto: Oliver Franke / oht

Den Frühling kann man nicht nur sehen, man kann ihn auch riechen. Es riecht frischer als im Winter, grüner und aromatischer. Im Wald duftet es nach neuer Erde und zarten Blättern. Ein Waldspaziergang im März ist jedes Jahr erneut eine ganz belebende Erfahrung. In unseren Laubwäldern leuchten im Frühjahr die Buschwindröschen, die weiße Blütenteppiche bilden. Die Anemonenart treibt ganz früh aus, um sich aber auch wieder schnell ins Erdreich zurückzuziehen. Die clevere winterharte Staude nutzt die Zeit, denn die Baumkronen lassen noch viel Licht durch. Beobachten Sie einmal die Blüten bei Regen: Sie schließen sich und warten bis das Tröpfeln aufhört.

Etwas später entdecken Sie das zartgelbe duftende Himmelschlüsselchen oder die Waldschlüsselblume, die aber bei uns im Norden nur noch vereinzelt zu finden ist. Sie ist einer der ersten Frühlingsboten zusammen mit Winterling, Schneeglöckchen, Elfenkrokus, Lungenkraut und Leberblümchen. Der streng unter Naturschutz stehende Märzenbecher wird häufig mit dem Schneeglöckchen verwechselt. Schaut man sich die Pflanze genauer an, sieht man jedoch, dass die Blütenblätter gleichlang sind und sie gelbgrüne Flecken in den weißen Blütenblättern hat. Genannt wird die Blume auch Waldschneeglöckchen oder Frühlingsknotenblume. Zum Teil streckt sie schon viel früher als das Schneeglöckchen die leuchtend weißen Blüten der Sonne entgegen.

Sonne, genau die brauchen wir nach den grauen, manchmal nebligen Wintertagen an der Ostsee. Tipp: Auch wenn es einfach klingt – es ist immer wieder überraschend schön. Unternehmen Sie einen gemeinsamen Spaziergang durch Feld, Wald und Wiesen und entdecken Sie die erwachende Natur, die hier im Norden so vielfältig ist. Sanfte Hügel und Täler mit Wiesen, Feldern und Knicks, lichte Laubwälder und schilfbestandene Seen – das macht die Holsteinische Schweiz aus. Die abwechslungsreichste Landschaft Schleswig-Holsteins ist geprägt durch die Eiszeit. Ohne sie läge das östliche Hügelland heute unter dem Meeresspiegel. Immerhin hat der Naturpark Holsteinische Schweiz eine Größe von 75.000 ha und ist ideal geeignet für schönste Spaziergänge oder Wanderungen. Auch Radlerinnen, Ruderer und Kanuwanderer finden in der idyllischen Natur ihr Freizeitparadies.

Seen gibt es unzählige, dabei hat jeder einen eigenen Charakter. Kleine Dörfer mit Landkirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert sind ebenso typisch wie die vereinzelten Güter und Herrenhäuser mit großzügig angelegten Alleen. Für Naturliebhaber ist dieses Fleckchen Erde besonders reizvoll, denn bei etwas Glück lassen sich auch seltenere Vögel, wie der Eisvogel oder der Seeadler,
beobachten. Ganz gleich, ob Sie lieber wandern oder sich gern etwas schneller auf dem Fahrrad fortbewegen möchten, um das Land zwischen den Meeren kennenzulernen, das Wegenetz ist gut ausgebaut.
Tipp Nr. 2: Ab sofort steht die neu entwickelte Touren-App Naturpark Holsteinische Schweiz zum Download zur Verfügung. Die Touren-App präsentiert die vielen Freizeittouren im Naturpark Holsteinische Schweiz, die zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Kanu genutzt werden können. Urlaubsgäste und naturverbundene Anwohner können diese Freizeitrouten mobil via Smartphone oder Tablet aufrufen.Die App ist kostenfrei und ohne Werbung für Androidgeräte im Play Store und für iOS-Geräte im App Store herunterladbar. Die App lässt sich auch ohne Internetverbindung (offline) nutzen. Dazu können zuvor die entsprechenden Karten auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert werden. In ihr werden 16 ausgeschilderte Radwege und 32 Wanderwege sowie 5 Kanutouren vorgestellt und beschrieben. Zahlreiche attraktive touristische und naturkundliche Ziele und Informationen entlang der Touren wurden zusammengetragen und in den Kategorien Natur, Kultur, Aktivität, Essen und Trinken zusammengefasst.
Wie Sie sehen, ist es ganz einfach, tolle Wanderwege zu finden. Für Verliebte romantische Naturen haben wir auch eine Idee im Angebot. Besuchen Sie die Bräutigamseiche im Dodauer Forst. Der wunderschöne über 500 Jahre alte Baum liegt nahe Eutiner Ortsausgang Richtung Plön und hat eine eigene Postadresse. Kennen Sie die Geschichte der Eiche? Was zunächst nach einer Geschichte à la Romeo und Julia aussah, hatte doch ein Happy End. Die Dodauer Försterstochter und der Sohn eines Leipziger Schokoladenfabrikanten liebten sich, durften aber nach dem Willen der Eltern nicht zusammenkommen. So kam es, dass sie sich Briefe schrieben, die sie in einem Astloch des damals schon alten Baums deponierten. Das ging so eine Weile, bis die Eltern schließlich doch umgestimmt werden konnten. Die beiden heirateten 1891 und das selbstverständlich unter ihrem Glücksbaum. Es soll sogar ein Foto davon existieren. Das sprach sich herum und so nutzten immer mehr Liebende das Astloch als Briefkasten. 1927 wurde sogar eine Leiter darunter gestellt und die Post begann ganz offiziell Briefe dorthin zuzustellen. Seither gilt: Wer eine Kontaktanzeige oder was auch immer an „Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin“ schreibt, dessen Brief wird von der Post im Astloch deponiert. Und wer möchte, kann kommen, sich Briefe herausnehmen und sie natürlich beantworten. Mehr als 10 Ehen sollen sich auf diesem Weg angebahnt haben und fast täglich gehen Briefe ein. Sie kommen aus aller Welt. Auch für andere ist die 25 Meter hohe Eiche ein gefragter Ort. An Pfingstmontag feiert die Kirche dort einen beliebten Gottesdienst. Ein häufiger Gast ist ein Waldkäuzchen. Wussten Sie, dass die Bräutigamseiche 2009 symbolisch mit der Himmelgeister Kastanie in Düsseldorf verheiratet wurde? Ob die beiden sich wohl auf unbekannten Pfaden begegnet sind? Sie ist leider Witwe, denn der alte Solitärbaum in den Rheingauen ist an einer Pilzkrankheit verstorben und seine offizielle Postadresse musste eingestellt werden. Doch wie es im Leben so spielt, es ist Nachwuchs da und der empfängt wieder Briefe.

Setzen Sie Ihren Weg von der Bräutigamseiche fort, begegnen Ihnen weitere uralte Bäume im umgebenden wunderschönen Wald. Ausführliche Informationen über die Holsteinische Schweiz erhalten Sie im Naturpark-Haus in Plön. Wechselnde Ausstellungen, Führungen und umweltpädagogische Angebote sowie regelmäßige Veranstaltungen veranschaulichen den Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Im Frühjahr finden dort unterschiedliche Exkursionen statt. Am 27. April steht ein Besuch bei den Seeadlern auf dem Programm. Die insgesamt 4 bis 5 km lange Exkursion unter der Leitung des Dipl.-Biologen Volker Latendorf von der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein e.V. führt in die Nähe eines Seeadlerhorstes bei Plön. Er erläutert die Biologie der großen Greifvögel und berichtet über das Projekt Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein. Um telefonische Anmeldung unter Tel. 04522 749380 wird gebeten. Am 15. Mai erfahren Sie Wissenswertes über den Zauber der Wildkräuter, die gesammelt und zubereitet werden. Welche Kräuter eignen sich zum Würzen, welche sind lecker und auch in größeren Mengen auf dem Teller geeignet oder welche tragen gar zur Fitness bei? Für den Kurs melden Sie sich bitte telefonisch unter 04522 749380 an.

Besonders bei trockenem und warmem Wetter sind die eigenartigen Krächzgeräusche des seltenen Wachtelkönigs und die oft imposant lauten Rufe des Laubfrosches in der Nacht zu hören. Auf einer nächtlichen Wanderung durch die „Heidmoor-Niederung“ bei Blomnath in der Gemeinde Seedorf, haben die Teilnehmer die Chance, diese seltenen Tierarten zu belauschen. Ein NABU-Schutzgebietsreferent führt die Teilnehmer am 1. Juni durch das Natura 2000-Gebiet und weiß Spannendes zu seinen tierischen Bewohnern zu erzählen. Auch für diese Veranstaltung ist eine telefonische Anmeldung unter 04522 749380 erforderlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter den angegebenen Internetadressen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihren frühlingsfrischen Erkundungen!

www.naturpark-holsteinische-schweiz.de
www.holsteinischeschweiz.de
www.himmelgeister-kastanie.de

 

© Foto: Oliver Franke / oht

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