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CLASSICAL BEAT – Das Festival mit den ganz neuen Tönen

FeuerVIII - Club Night

Pre-Opening in Timmendorfer Strand
Fast sphärische Klänge entlockte Franz Danksagmüller seinem Gulliphon zu Beginn der Pre-Opening-Veranstaltung in Timmendorfer Strand. Augenblicklich hörte das Gemurmel der Zuhörer auf und eine gebannte Stille erfüllte die gut besuchte Trinkkurhalle. Beim Anblick des kleinen Instruments, einem Fundstück von einem Schrottplatz, wie uns der Musiker erklärte, vermutete man solche Töne nicht. „Ich wollte ein Instrument schaffen, das viele klangliche Möglichkeiten bietet“, erklärte Danksagmüller. „Neue Sounds erfordern neue Wege“, fügte er noch hinzu. Die alte Musik habe vielfach ihre Wirkung verloren, aber Schubladenmusik solle nicht entstehen. Als dann die anderen Instrumente einsetzten, das Piano (Luciano Supervielle), die E-Gitarre (Monika Roscher), die Trompete (Sven Klammer), die Violine (Gregor Hübner), das Saxophon (Bernd Ruf) und am Sampler stand Michael Knarr, war schnell klar, dass hier ein musikalisches Feuerwerk entzündet werden sollte. Das gelang ganz großartig! Die improvisierte Band entwickelte aus Händels Feuerwerksmusik ein Feuerwerk aus elektronisch verwandelten Tönen, gesampelten Beats und Improvisationen. Was Händel wohl dazu gesagt hätte? Dieses Jahr soll moderne Musik gespielt werden, die Bezug auf einen Klassiker nimmt und damit einen Bogen in den Barock spannt.

„Die wichtigste Eigenschaft, die wir brauchen, ist Mut“, sagte Prof. Bernd Ruf, der musikalische Leiter des Festivals beim Pre-Opening Anfang April in Timmendorfer Strand. Er betonte, dass wir uns auf ein Wagnis einlassen und der digitalen Herausforderung stellen müssten. Das musikalische Team entwickle und komponiere eigene Stücke und befinde sich in einem Gestaltungsprozess. „Unsere Welt ist so komplex und anspruchsvoll, dass wir die Kunst brauchen, um Wege und Antworten zu finden, damit umzugehen“, sagte Bernd Ruf. „Wir müssen uns fragen, was uns bewegt und wie klassische Musik heute übersetzt werden muss, damit sie uns etwas zu sagen hat.“ Der Musikexperte weiß wovon er spricht, unterrichtet er doch seit 2004 als Professor für Popularmusik, Jazz und Weltmusik an der Musikhochschule Lübeck.

„Es geht nicht darum, Musik der alten Meister nachzuspielen und mit modernen Elementen zu mischen, sondern aus alten und neuen Tönen auch etwas Neues zu schaffen“, so erklärte es der südamerikanische Pianist Luciano Supervielle bei der Eröffnungsveranstaltung. Der Star des diesjährigen Festivals aus Montevideo, der im Mai in einigen Konzerten auftreten wird, verknüpft klassisches Klavierspiel mit aktuellen Elektrosounds. Seine Musik ist zugleich poetisch und groovig. Sie knüpft an die Tradition romantischer Klaviermusik des 19. Jahrhunderts und ist vom amerikanischen Minimalismus beeinflusst. Supervielles Familie stammt aus Uruguay, wanderte allerdings aufgrund der politischen Verhältnisse einige Jahre aus. Seine musikalische Karriere startete er im Hip Hop und fing erst mit zwölf Jahren mit dem klassischen Klavierspiel an. Mit 19 Jahren begann er ein Musikstudium in Frankreich. Heute spielt er in der argentinisch-uruguayischen Elektrotango-Gruppe „Bajofondo“ am Klavier und Synthesizer. Als freiberuflicher Musiker bringt er sich vielseitig in weiteren musikalischen Projekten als Komponist und Arrangeur ein. Der 42-jährige Supervielle ist heute international bekannt und spielt in nahezu allen südamerikanischen Staaten, den USA und einigen europäischen Ländern wie Deutschland, Dänemark, Schweden, Spanien und Frankreich. Sie können sich freuen ihn und die weiteren Künstler beim Festival im Mai kennenzulernen.

Bei der Eröffnungsfeier in Timmendorfer Strand lernte das Publikum auch den Initiator von CLASSICAL BEAT kennen, das im letzten Jahr Premiere feierte. Hans-Wilhelm Hagen versprach dem Publikum „etwas, was sie vorher noch nie gehört haben.“ In der Trinkkurhalle ist das musikalische Wagnis jedenfalls, so zeigte es der Applaus nach den Stücken, geglückt. Die neuen und ungewohnten Hörerlebnisse wurden begeistert aufgenommen. „Jetzt wollen wir noch mehr junge Leute für anspruchsvolle Musik gewinnen“, sagte Hagen. „Über etwas, was man vorher noch nie gehört hat“, so der Initiator, „wird zu Hause diskutiert und gesprochen.“ Das Festival biete dem Besucher ein großes, vielfältiges und spannendes Angebot. Es ist ein in Nordeuropa einmaliges Musikprojekt und ein neues Format, das klassische Musik mit moderner Clubkultur, überraschenden Aufführungssituationen und anderen Musikgenres verbindet. Das Festival schlägt neue Töne auf der Basis der klassischen Traditionen an: „Das ist oft ungewohnt und herausfordernd, aber auch ungeheuer spannend“ fand Hagen.
Was die Musiker und Akteure zum Pre-Opening in Timmendorfer Strand dann als Appetithäppchen anstimmten, weckte die Neugierde des Publikums. Zum Finale gab es einen ganz besonderen musikalischen Leckerbissen: Bernd Ruf setzte zusammen mit Franz Danksagmüller den Dow Jones Index mit seinen Höhenflügen und Abstürzen in Musik um, die in eine Endlosschleife mündete. Das war grandios, wie beide Musiker die kapitalistische Weltwirtschaftskurve geradezu körperlich erfahrbar machten.

Tolles musikalisches Programm im Mai
CLASSICAL BEAT, das in seinem zweiten Jahr unter dem Thema „Feuer“ steht, will vom 22. bis 26. Mai in Hamburg, Lübeck und Ostholstein ein „Feuerwerk“ unerhörter Klänge entfachen und lädt Sie dazu ein, live dabei zu sein. Das Opening „Feuer I – Allegro con Fuego“ findet am 22. Mai in der Laeiszhalle in Hamburg statt. Auftreten werden neben dem Festival-Ensemble mit Luciano Supervielle auch das Kleynjans Ensemble. Agustino Ferrando überrascht mit Videoinstallationen. Wenn der Klangkünstler Franz Danksagmüller mit seinem Gulliphon das Festival eröffnet, quasi das Festival-Feuer entzündet, entsteht die mit Spannung und Neugierde aufgeladene Stimmung, um die besondere Musik von Luciano Supervielle aufzunehmen. Das Hamburger Ensemble Kleynjans spielt in seiner außergewöhnlichen Kombination aus mehreren Gitarren und Schlagwerk Neue Musik ab 1960, die auch die Grenzen zur populären Musik überwindet.

In der Nikolai Kirche in Burg auf Fehmarn steht unter dem Titel „Feuer II – Ouvertüre“ Etienne Abelin im Mittelpunkt des Abends. Ausgehend von Händels Feuerwerksmusik präsentieren unter der Leitung von Etienne Abelin das CLASSICAL BEAT-Festival- Ensemble und Solisten aus New York, New Haven und München Rekompositionen und Improvisationen, die eigens für das Festival geschrieben und konzipiert wurden. Der Schweizer Geiger und Dirigent Etienne Abelin ist Visionär und Bewahrer zugleich. Aus der tiefen Überzeugung, dass die Werte klassischer Traditionen heute aktueller sind als je zuvor, zählt er zu den Mitbegründern und Vorreitern einer Reform-Bewegung, die als „Indie-Classical“ international große Aufmerksamkeit erfährt.

Tipp für junge Leute: Einige Konzerte finden Open Air statt, so zum Beispiel „Feuer III – Menuet am Strand“ mit Monika Roscher, der Echo-Jazz-Gewinnerin. Manche werden die in den USA als Rising-Star gefeierte Independent-Gitarristin von Jazz Baltica kennen. Finden Sie sich am 23. Mai vor dem Restaurant Hamptons in Scharbeutz nach Feierabend zum Lauschen und Chillen zusammen. Die tolle Location vor der Bühne direkt am Strand bietet mit Daybeds, Strandkörben und zahlreichen Liegestühlen genau die richtige Atmosphäre zum Genießen. Die Füße im Sand, Classical Beats und Meeresrauchen im Ohr – zum vollständigen Glücklich sein fehlt dann nur noch ein prickelnder Drink. Dafür und ebenso für Sushi, Gegrilltes & Snacks wird gesorgt sein. Anschließend geht es in den JFK-Club des Restaurants Hamptons mit den DJ’s der „Kinder der Küste“. Der Eintritt ist frei. Es wird aber um eine Spende am Ausgang gebeten. Neben Monika Roscher stehen Gregor Hübner, Sven Klammer und Doug Perry sowie das CLASSICAL-BEAT-Festival-Ensemble auf der Bühne. Klassik, Indie-Classical & Lounge, Anklänge an Händel, groovige Beats und viel Lust an der Improvisation laden beim Konzert am Strand zum Zuhören ein. Klangliche Überraschungen sind garantiert, wenn Monika Roscher die Leitung des Abends übernimmt.

Buxtehude-Freunde kommen ebenfalls am 23. Mai auf ihre Kosten, wenn Bernd Ruf und Franz Danksagmüller in der Michaeliskirche in Eutin ihre Instrumente unter dem Titel „Feuer IV – buxtehude_21“ anstimmen. Die Zusammenarbeit zwischen Bernd Ruf und Franz Danksagmüller, zwei Kollegen der Musikhochschule Lübeck, begann im Buxtehude-Jahr 2007. Sie entwickelten Komprovisationen über Werke von Buxtehude, Tunder, Bach und Händel mit der Intention, die Wirkung der Musik jener Zeit in der Gegenwart erfahrbar zu machen. Mit den musikalischen Mitteln von heute befreien sie die Original-Partitur von ihrer Patina, offenbaren ihren Kern und setzen sie neu zusammen. So entsteht ein faszinierendes klangliches Destillat, welches zeitepochales Denken auflöst. Wer klassische Musik aus einem neuen Blickwinkel erleben möchte, der sollte sich dieses Konzert nicht entgehen lassen.

Im Garten am frischen Wasser in Eutin, also auch Open Air, können Sie am 24. Mai dem New Yorker Violinisten Gregor Hübner und anderen bei „Feuer V – Klangwelten“ zuhören. Gregor Hübner ist nicht nur Wandler zwischen musikalischen Welten, er pendelt auch zwischen New York und München. Mit vielen Preisen ausgezeichnet, für den Grammy nominiert, zuletzt mit dem „Grand Prize – New York Philharmonic’s New World Initiative Composition Challenge“ geehrt: Gregor Hübners Musik knüpft am musikalischen Expressionismus an, öffnet sich für loungige Beats, schafft Raum für Jazzimprovisationen und inspiriert den Eutiner Garten zur lebendigen Quelle neuartiger Klänge.

Eine Werkstatt als Bühne? CLASSICAL BEAT macht es möglich am 24. Mai mit „Feuer VI – Afterwork“ im Autohaus am Bungsberg in Eutin. Das Indie-Pop/Electro-Duo Poems für Jamiro ist bereits über die Grenzen Deutschlands bekannt. Nina und Laila gelingt mit Hilfe von Electro-Loops, Synthesizern, Gitarre und ihrem zweistimmigen Gesang ein Sound voller Zauber.

Immer wieder eignen sich Kirchen besonders für Konzerte. Einen cineastischen und gleichzeitig musikalischen Leckerbissen verspricht Silent Movie – „Feuer VII – Der Golem, wie er in die Welt kam“ am 25. Mai in St. Marien zu Lübeck. Der Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ von Paul Wegener und Carl Boese aus dem Jahr 1920 gilt als einer der prägendsten und erfolgreichsten Filme seiner Zeit. Kein Wunder, denn die Idee der Erschaffung künstlichen Lebens löst in jeder Generation eine große Faszination aus. Gerade heute, in Zeiten der Erforschung und Entwicklung künstlicher Intelligenzen, wirkt die Geburt des aus Lehm gestalteten künstlichen Menschen Golem durch den Rabbi Löw aktueller denn je. Bei der an diesem Film- und Konzertabend in großen Teilen zum Film improvisierten Musik, handelt es sich um eine Erstaufführung.

CLASSICAL BEAT lädt am 25. Mai zur Club-Night ins Lübecker Treibsand – unser Tipp zwei für junge Leute. Die Bigband der Musikhochschule Lübeck, verstärkt durch den MHL-Pops-Chor, präsentiert ihr neues Elektroprojekt, das sie im Herbst 2017 auf dem internationalen Jazzfestival Taichung (Taiwan) aus der Taufe hob. Anschließend jammen die CLASSICAL BEAT-Artists auf Dance Beats und der Lübecker Geheimtipp JEN lässt mit seiner Electronic Dance Music (EDM) den Puls explodieren. Ein gepflegtes „Kinder dieser Küste“-Techno-Set nutzt den Schwung und rundet den Abend ab.
Jedes noch so schöne Festival muss auch ein Ende haben. Zum Finale am 26. Mai treffen sich alle CLASSICAL BEAT-Fans im Schuppen 6 in Lübeck zum „Feuer IX – Feuerwerk“. Solisten & Ensemble stehen dann ein letztes Mal für Sie auf der Bühne der coolen Location an der Untertrave. Georg Friedrich Händels “Music for the Royal Fireworks” funkelt und strahlt zeit- und grenzenlos. In Rekompositionen, Improvisationen und Soundscapes erlebt Händel ein Comeback als Avantgarde-Pop-Artist im furiosen Finalkonzert des Festivals mit allen beteiligten Künstlern. Karten für die Konzerte erhalten Sie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Das gesamte Programm finden Sie unter www.classicalbeat.de.

Wie alles entstand
Initiator Hans-Wilhelm Hagen, der ehemalige Banker aus Eutin, gründete 2016 die Stiftung „Neue Musik-Impulse Schleswig-Holstein“, die das CLASSICAL BEAT-Festival in der Hanse-Belt-Region etablieren will. Neben den Konzerten spielt dabei die Musikpädagogik eine wichtige Rolle. Die „Akademie“ gibt 25 Musikstudenten aus Europa und den USA die Möglichkeit, mit den Tutoren und Profis zu arbeiten, gemeinsam neue Wege zu erschließen und die Ergebnisse in den Konzerten zu präsentieren. „DIGITAL SOUNDSCAPES“ ist eine für Schulen entwickelte Unterrichtseinheit, die bereits seit Februar an verschiedenen Schulen umgesetzt wird und den Schülern die akustische Welt erschließen will. Dazu sammeln die Schüler mit dem Smartphone Tonaufnahmen aus ihrem Alltag, die dann bearbeitet und zu einer „Sound-Symphonie“ zusammengeführt werden. Beim Finale am 26. Mai in Lübeck können Sie sich vom Ergebnis überzeugen. Übrigens, Träger des Projekts ist die „Stiftung Neue Musik-Impulse Schleswig-Holstein“. Sie finanziert sich überwiegend aus Spenden, Sponsoring sowie durch öffentliche Fördergelder und Veranstaltungseinnahmen.

Viel Spaß beim CLASSICAL BEAT-Festival und öffnen Sie Ihre Ohren für ganz neue Töne!

FeuerVIII – Club Night

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