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Pflanzentipp Monat April

Text/Foto: Wolfgang Assmann

Die Aurikel − eine unscheinbare, außergewöhnliche und zauberhafte Gartendiva. Aurikeln (Primula x pubescen) stellen keine eigene reine Art dar, sondern sind als eine natürliche Kreuzung aus der Alpenprimel (Primula auricula) und der behaarten Primel (Primula hirsuta) entstanden. Erstmals entdeckt wurde sie bereits im 16. Jahrhundert in den Alpen.

 

Aurikeln als Symbole des Frühlings begeistern mit ihren phantasievollen Blüten, Farben und Formen, bestechen aber auch mit einem zarten Duft. Einst waren Aurikeln als Sammelobjekte ähnlich begehrt wie Tulpen, gerieten dann aber wieder in Vergessenheit.
Seit einigen Jahren erleben Aurikeln eine regelrechte Renaissance und genießen besonders in Holland und England in Sammlerkreisen großes Ansehen. Manche Sammler und Besitzer großer Landhäuser in England sind von ihr so begeistert, dass sie ihre Schätze auf einer eigenen Bühne, dem sogenannten Aurikeltheater, zur Schau stellen.

Grob lassen sich Aurikeln in 2 Kategorien einteilen: 1. Gartenaurikeln, 2. Showaurikeln.
Die Gartenaurikel ist besonders vital und robust und idealer Gartenbegleiter für Steinanlagen und offene Flächen. Wo sie nicht durch dominantere Stauden gestört wird, kann sie sich großflächig ausbreiten. Blütezeit ist von April bis Mai, die Farbpalette ihrer 1,5 cm bis 2,5 cm großen Blüten reicht von gelb über weiß bis zu burgunderrot und violett. Bei der Pflanzung sollte man auf eine halbschattige Lage, die vor praller Mittagssonne geschützt ist, und einen kalkhaltigen, nährstoffarmen aber kompostverbesserten Boden achten. Aurikeln mögen weder Staunässe noch zu viel Dünger.

Die Vermehrung kann auf 2 Arten erfolgen, durch Ableger, die sich an den Wurzeln oder den Blattachseln der Pflanze bilden und mit der Mutterpflanze vollkommen identisch und sortenecht sind. Die Vermehrung durch Saat fällt niemals sortenecht aus, da durch unterschiedliche Kreuzungen neue Farben und Formen entstehen.
Die Showaurikel begeistert vor allem in Ausstellungen und Blüten-Shows mit ihren unterschiedlichen Farben und Formen. Farina nennt man eine Bemehlung, die auf Blättern und Blüten zu finden ist und sie edel erscheinen lässt. Farina bildet sich aus kleinen Wachshärchen und dient der Pflanze als Schutz vor Verdunstung.

Sammler kultivieren Showaurikeln meist in Töpfen mit zehn bis zwölf Zentimeter Durchmesser, um die Feuchtigkeitszufuhr besser zu kontrollieren. Die Töpfe sollten sehr tief sein, damit die Pfahlwurzeln der Pflanzen sich gut entwickeln können.
Showaurikeln sind empfindlicher als Gartenaurikeln und müssen vor zu viel Sonneneinstrahlung und Nässe geschützt werden, was durch ein überdachtes Regal erreicht werden kann, auf dessen Treppchen die Töpfe stehen. Hieraus hat sich das „Aurikeltheater“ entwickelt.

Text/Foto: Wolfgang Assmann

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