ANZEIGE

Phänologischer Kalender – Gärtnern im Einklang mit der Natur

© Foto: smshoot / Fotolia

Normalerweise richten wir uns nach den von uns festgelegten Jahreszeiten und orientieren uns daran, um zu sehen, welche Gartenarbeiten, wann zu erledigen sind. Dabei gibt der phänologische Kalender viel differenziertere Hinweise, weil er sich nach dem Zeitpunkt des Austreibens, Blühens oder Fruchtens bestimmter Pflanzen, sogenannter Zeigerpflanzen, richtet. Daraus werden zehn phänologische Jahreszeiten abgeleitet.

Alles beginnt mit dem Vorfrühling, für den die Haselnuss die Zeigerpflanze ist. Oft beginnt die Blüte schon im Januar, spätestens aber im Februar. Die langen gelben Kätzchen sind am unbelaubten Strauch gut zu erkennen. Weitere Zeigerpflanzen sind: Schneeglöckchen und Winterlinge. Jetzt können Sie Obstbäume schneiden, Ziergräser zurückschneiden, Blütenstände und Abgestorbenes der winterharten Stauden entfernen und im Haus Sommerblüher und Gemüsesorten säen.
Im Erstfrühling blühen Forsythie und Buschwindröschen. Es ist Zeit, um Rosen zu schneiden und düngen. Frostharte Stauden dürfen gepflanzt und Sommerblüher zurückgeschnitten werden. Vertikutieren Sie den Rasen und säen Sie Möhren, Radieschen und Pflücksalate.
Wenn Apfel und Flieder blühen haben wir Vollfrühling. Holen Sie Ihren Rasenmäher aus dem Winterquartier und mähen Sie Ihren Rasen regelmäßig. Nach den Eisheiligen dürfen die Knollen der Gladiolen, Begonien und Dahlien gepflanzt werden. Kübelpflanzen können an die frische Luft und Tomatenpflanzen in die Erde. Schwarzer Holunder, Klatschmohn, Heckenrose und Robinie blühen im Frühsommer.

Die Holunderblüte beginnt meist Ende Mai. Was dann im Garten zu tun ist, kann man kaum übersehen. Das Unkraut möchte gejätet und die Erde in den Beeten gelockert werden. Zweijährige Pflanzen können gesät und vorgezogene Sommerblumen gepflanzt werden. Auch Wintergemüse darf dann in die Erde. Im Hochsommer blüht die Sommerlinde ab Ende Juni und die Johannisbeeren sind reif. Jetzt wird Verblühtes bei Stauden wie Rittersporn und Phlox ausgeputzt. Sträucher, die im Frühsommer geblüht haben wie Bauernjasmin können zurückgeschnitten werden. Legen Sie neue Erdbeeren an und ernten Sie Tomaten und Zucchini. Die orangenen Früchte der Eberesche sind im Spätsommer (Anfang August) reif. Schichten Sie dann den Kompost um und pflanzen Sie Herbstblüher wie Gladiolen. Spinat und Feldsalat dürfen gesät werden. Zeigerpflanze im Frühherbst ist der Schwarze Holunder, deren Früchte meist Anfang August erscheinen. Setzen Sie Zwiebeln fürs nächste Jahr und ernten Sie Kürbisse. Bei Hecken ist der letzte Formschnitt nötig. Im Vollherbst (ab Mitte September) fallen die Früchte der Stieleiche bei Wind zu Boden. Denken Sie daran, die Kübelpflanzen ins Winterquartier zu bringen, Knollen von Dahlien und Begonien einzulagern und das Laub zu entfernen. Ab Mitte Oktober, im Spätherbst, verfärben sich die Blätter der Stieleiche gelblich. Wurzelnackte Rosen und Gehölze können gepflanzt werden. Denken Sie auch an den Winterschutz für empfindliche Pflanzen. Nach dem ersten Frost ernten Sie Grün- und Rosenkohl. Im Winter, ab Anfang November, verliert die Stieleiche ihre Blätter. Überprüfen Sie den Frostschutz in den Beeten und an Kübelpflanzen. Wichtig ist es Immergrüne an frostfreien Tagen zu gießen. Auch für den Obstbaumschnitt dürfen keine Minustemperaturen herrschen. Jetzt haben Sie Zeit, das kommende Gartenjahr zu planen und sich beim Schmökern in Gartenbüchern, neue Inspirationen zu holen. Weitere Infos zum phänologischen Kalender finden Sie auch im Internet bei Wikipedia.

© Foto: smshoot / Fotolia

You must be logged in to post a comment Login