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Besser Einhornkissen als gar kein Geschenk!

© Foto: Tinatin / Fotolia

Kreativität, dein Name ist Mann. Das gilt für viele Lebensbereiche, für den Geschenkekauf leider nur bedingt. Wenn es darum geht, unsere bessere Hälfte mit einem Ausweis unserer Zuneigung zu überraschen, stellen wir uns einfach nur blöd an.

Waffeleisen zum Geburtstag: „Du hättest dir ruhig etwas mehr Mühe geben können!“ Ein schickes Abendkleid zum Hochzeitstag: „Na so dick bin ich nun auch wieder nicht!“ Wie Mann es auch macht, er macht es verkehrt. Beim letzten Weihnachtsfest sollte alles anders werden. Ein wohlüberlegtes Geschenk musste her, eins das ob seiner persönlichen Note für Freudentränen sorgt. Bereits im Sommer machte ich mich auf die Suche. „Wir wissen, was Frauen wollen“, rühmte sich ein Geschenkportal im Internet. Beim Anblick von personalisierten Fußmatten, leuchtenden Einhornkissen und Waldgeist-Hausschuhen hegte ich leichte Zweifel. Auf einer anderen Seite konnte man einen Stern erstehen und diesen dann auf den Namen des Beschenkten taufen – mit Urkunde und allem Brimborium. Ein wenig kitschig vielleicht, aber Frauen scheinen so etwas ja zu mögen. Das Überangebot an dubiosen „Sternenhändlern“ rief meinen gesunden Menschenverstand dann doch auf den Plan. Wieso erdreistet sich überhaupt jemand, solch ein Allgemeingut zu verkaufen? Die Suchanfragen häuften sich und mit ihnen die Tage. Es kam, wie es kommen musste.

Hinterhältig und ohne Vorankündigung hatte sich der Heilige Abend angeschlichen. „Schatz, ich geh noch mal kurz ’ne Kiste Bier kaufen. Soll ja nachher keiner auf dem Trockenen sitzen“, gab ich vor und machte mich am 24. Dezember auf ins Einkaufszentrum, das vor lauter Menschen fast aus allen Nähten platzte. Der panische Gesichtsausdruck des einen oder anderen Mannes gab mir zu verstehen, dass ich nicht der einzige auf der Jagd nach einem Last-Minute-Weihnachtsgeschenk war. Das Gefühl, Teil einer Schicksalsgemeinschaft zu sein, war tröstlich. Kaufen konnte ich mir dafür aber auch nichts. Zielgenau wurde die Parfümerie angesteuert. Inmitten eines süßlich stechenden Duftgewirrs offenbarte sich mir einmal mehr, dass ich keine Ahnung hatte, was meine Frau wirklich mag. Das gleiche Gefühl überkam mich im Unterwäschegeschäft und in der Schmuckboutique. Zehn Minuten vor Ladenschluss dann ein Lichtblick: Im letzten Krimskramsgeschäft, das ich aufsuchte, stieß ich auf das schrecklich schöne, in bunten Farben leuchtende Einhornkissen. Dazu noch schnell ein Gutschein aus der Buchhandlung – alles besser, als mit leeren Händen dazustehen. Die Begeisterung fiel wie erwartet eher verhalten aus. Für das bevorstehende Weihnachtsfest frage ich meine Frau einfach, was sie sich wünscht. Mit Freudentränen wird’s dann wohl wieder nichts. pa

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