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Weihnachtstraditionen – Weihnachtslotterie, Bacalhau und Väterchen Frost

© Peter Hermes Furian / Fotolia

Wenn sich im Herbst die Regale in den Supermärkten mit Lebkuchenherzen, Stollen und schokoladigen Weihnachtsmännern füllen, sind wir noch weit davon entfernt, überhaupt Gedanken an das große Fest zu verschwenden. Doch hartnäckig erweitert sich das Weihnachtsangebot mehr und mehr, bis fast jedem klar ist, dass das letzte Türchen am Adventskalender demnächst geöffnet werden kann. Während bei uns die Weihnachtsfeiertage häufig nicht mehr so traditionell begangen werden, freut man sich in anderen Ländern gerade aufs Althergebrachte.

In Spanien beispielsweise wird die Weihnachtszeit mit der traditionellen Ziehung der Weihnachtslotterie am 22. Dezember eingeläutet. Wie bei uns feiert man den Heiligabend mit einem gemeinsamen Essen im Kreis der Familie, um anschließend die Mitternachtsmesse zu besuchen. Ein paar Tage später, am 28. Dezember, wird das Fest der unschuldigen Kinder begangen, bei dem es üblich ist, andere durch erfundene Geschichten hereinzulegen und auch in der Presse werden gern glaubwürdig klingende Falschmeldungen verbreitet. Übrigens, müssen sich die Kinder in Geduld üben, sie dürfen erst am 6. Januar die Geschenke auspacken. Die erhalten Sie nicht etwa vom Weihnachtsmann, sondern von den Heiligen Drei Königen, deren Ankunft in sehr vielen Städten mit einem Um zug gefeiert wird. Für die Kamele oder Pferde, auf denen Sie angeritten kommen, müssen die Kinder Wasser und Brot bereitstellen und finden dafür am folgenden Morgen ihre Geschenke vor. Doch inzwischen verbreiten sich auch in Spanien immer mehr mitteleuropäische und angelsächsische Traditionen mit Weihnachtsbäumen und der Bescherung am 24. Dezember.

Im Nachbarland Portugal wird Weihnachten natürlich ebenfalls als Familienfest begangen. Die Straßen, Häuser und Ladenlokale werden festlich geschmückt und die Geschenke bringt der „Pai Natal“, der Papa Weihnacht, eben der Weihnachtsmann. Nach der Hahnenmesse gibt es an Heiligabend ein spätes Abendessen. Dazu wird meist ein Eintopf nach portugiesischer Art gereicht oder noch häufiger ein Gericht mit getrocknetem Stockfisch, dem Bacalhau. Als Dessert gibt es süßen Reis oder den sogenannten Weihnachtstraum, der aus Weizenmehl, Milch, Eiern und Zitronenschale hergestellt und dann frittiert wird. Ähnlich unserem Christstollen wird in Portugal auch gern der Dreikönigskuchen gereicht, der unter anderem aus kandierten Früchten und Nüssen besteht.

Ganz anders sind die Bräuche in Russland und manchen slawischen Ländern. Dort kennt man die Tradition des „Väterchen Frost“, der von seiner Enkelin, dem Schneemädchen oder Schneeflöckchen begleitet wird. Nach einer Legende fährt er in einer Troika, einem Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird und den Kindern Geschenke bringt.

© Peter Hermes Furian / Fotolia

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