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Männer – Putzmuffel leben länger

© Foto: Nomad Soul / Fotolia

Die Gleichstellung der Geschlechter sollte im Jahre 2017 doch eigentlich eine diskussionslose Selbstverständlichkeit sein.

Im Berufsleben erobern Busfahrerinnen, Soldatinnen oder Handwerkerinnen zunehmend die vormals männlichen Bastionen und auch Frauenfußball erhält inzwischen die mediale Präsenz, die er verdient. Patriarchalische Strukturen weichen nach und nach dem neuen Zeitgeist. Schöne neue Welt also? Nicht ganz. Hinter verschlossenen Türen zeigt sich, dass die steinzeitliche Höhle mit ihren klar definierten Rollenbildern noch längst nicht ausgedient hat. Hausarbeit ist Frauensache! Diesen unumstößlichen Fakt drückt der aufgeklärte Mann heutzutage natürlich nicht verbal, sondern durch sein Verhalten aus. Die sich in der Spüle auftürmenden Teller abwaschen, die dreckigen Socken wegräumen – das kann doch bitteschön derjenige Beziehungspartner mit der niedrigeren Unordentlichkeitstoleranz erledigen. In der Regel ist das halt die Frau.

Bestärkt wurden Putzverweigerer jüngst durch eine belgische Studie, in der untersucht wurde, ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des belgischen Reinigungsgewerbes im Vergleich zu Büroangestellten ein erhöhtes Sterberisiko haben. Dafür werteten zwei Brüsseler Forscher die Daten von knapp 1,6 Millionen Belgiern in einem Zeitraum von zehn Jahren aus und kamen auf ein erstaunliches Ergebnis. Mitarbeiter aus dem Reinigungsgewerbe wiesen in der Tat ein bis zu 45 Prozent höheres Sterberisiko auf als Männer mit Bürojobs. Für Frauen fiel dieser Unterschied deutlich geringer aus. Man könnte sich nun die Mühe machen, das Ergebnis differenziert zu betrachten und kritisch zu hinterfragen, welche Ursachen dafür in Betracht kommen. Man könnte aber auch einfach daraus schließen, dass Putzmuffel länger leben und schließlich wusste schon Johanna von Koczian in den späten 1970ern: „Das bisschen Haushalt macht sich von allein.“ pa

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