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Im Gespräch mit Christian Rudolf

Christian Rudolf ist fester Bestandteil der deutschen Serienlandschaft und den meisten wohl als Arne Fries aus der Telenovela „Rote Rosen“ bekannt. Im Talk verriet uns der 52-jährige Wahlhamburger, wer außer seiner Familie noch seine große Liebe ist und warum er am 16. September in Timmendorfer Strand zu Gast sein wird…

Guten Tag Herr Rudolf! Der Sommer verabschiedet sich langsam und es geht auf den Herbst zu. Wie haben Sie Ihren Sommer verbracht?

Meistens mit meiner (Film)-Familie im wunderschönen Lüneburg – wir sind die „Frieses“. Immer so zwischen 20 und 40 Dialogseiten (pro Tag/pro Rolle!!!). Auch mal am Salzmarkt, mal im Rosenhaus oder im Cupcake-Laden, auf der Ausgrabungsstelle, im Carlas und ups: ist ratzfatz der Sommer vorbei. Zumindest aber der Junimond.

Sie leben mit Ihrer Familie in Hamburg. Warum hat es Sie gerade
dorthin verschlagen?

Weil es tatsächlich die schönste Stadt der Welt ist, die ich gesehen habe.

Mit Ihrer Band „Komitee für Unterhaltungskunst“ spielen Sie am
16. September 2017 in der Timmendorfer Trinkkurhalle. Was bekommt das Publikum dort zu hören?

Eine Liebeserklärung an die Kunst von Rio Reiser, gute Unterhaltung, ein Komitee, welches die Kunst, sich mit dem Publikum zu unterhalten, zu seiner Aufgabe gemacht hat. Töne, Worte und Klänge. Gute Unterhaltung eben.

Wie entstand Ihre Begeisterung für Rio Reiser?

Die ist nicht entstanden, sondern war sofort da: 1988, Werner-Seelenbinder-Halle, Berlin: „Der Traum ist aus“ – Gänsehaut!

Sie verkörpern bei „Rote Rosen“ den Wissenschaftler Arne Fries, der gerade dabei ist, sich wegen seines Drangs nach wissenschaftlichem Ruhm ernsthaft zu verrennen. Finden Sie diese Entwicklung aus menschlicher Sicht nachvollziehbar?

Doktor Arne Fries bitte! Ja, ich kann Arne verstehen. Aber nicht wegen Ruhm auf Teufel komm raus, sondern weil man doch von einer Sache überzeugt sein kann und sollte! Ich habe mich schon so oft verrannt – manchmal wusste ich gar nicht mehr wo ich war. Aber das ist doch Teil des Lebens und irgendwann geht immer ein Licht auf und zeigt dir einen neuen Weg.

Was kommt bei Ihnen wegen des Jobs zu kurz?

Mein Elbgang über 3,5 Stunden – inklusive Matjesbrötchen im Sommer und Erbsensuppe im Winter – jeweils mit Astraknolle. Blankenese-Museumshafen-Blankenese – bummelig 20 Kilometer.

Was mögen Sie besonders an unserer Gegend?

Die Berge: Ich muss ann Freitach schon seh`n wer ann Sonntach zunn Kaffeetrinken kommt.

Für welche drei Dinge in Ihrem Leben sind Sie am dankbarsten?

Meine Kinder, meine Gesundheit, das mir von Gott geschenkte
Bewusstsein.

Sie sind Schauspieler, Moderator, Sänger und Synchronsprecher. Gibt es unter den vier Tätigkeiten eine, die Ihnen am meisten Spaß bringt?

Auf der Bühne authentisch schwitzen. Ganz ohne Pipapo.

Würden Sie alles nochmal genauso machen, wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten?

Ich hätte meine erste Familie nicht verlassen, ich hätte meine Berliner Band nicht verlassen, ich wäre zum 2. Durchgang der Prüfung auf der „Ernst Busch“ gegangen, ich hätte versucht, die Signale meiner Frau besser zu deuten, ich hätte versucht mehr für den Frieden mit den Menschen zu sorgen, die mir wichtig sind.

Aber manchmal kann man Dinge einfach nicht mehr zurückdrehen. Und die Zeit erst Recht nicht. Also versuche ich immer wieder neu, „ab jetzt“, ganz bewusst, mein Leben zu leben. Klappt nicht immer, aber den Versuch ist es immer wert.

In diesem Sinne bedanken wir uns für das nette Gespräch und wünschen einen erfolgreichen Auftritt in der Timmendorfer Trinkkurhalle!

 

Christian_Rudolf © Foto: ARD / Thorsten Jander

Christian_Rudolf © Foto: ARD / Thorsten Jander

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