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Moin Neustadt! Mit dem Stadtführer durch Neustadt in Holstein

Foto: Veranstalter

Seit dem Mittelalter hat sich auf dieser Welt so einiges geändert. Auch wenn wir den Blick auf eine kleine Stadt an der Ostsee richten, die auf dem Seeweg über einen fjordähnlichen Hafen zu erreichen ist, müssen wir feststellen, dass die Veränderungen nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sind. Doch es gibt etwas, was genauso geblieben ist, wie vor den Jahrhunderten. Nämlich der Stadtgrundriss von Neustadt in Holstein, der seit 1244 beibehalten wurde. Auch der Markt, übrigens der drittgrößte in Schleswig-Holstein, hat weder Quadratmeter hinzubekommen noch musste welche abgeben. Nur die Häuser drumherum stammen nicht aus diesen fernen Zeiten, denn mehrmals wütete das Feuer in der Stadt, zuletzt vor 200 Jahren.

Das Magazin Lübecker Bucht unternahm jetzt zusammen mit einer Gruppe von aktiven und ehemaligen Lehrern eine Stadtführung mit Dr. Frank Wilschewski, dem Leiter des zeiTTor-Museums. Vom Rathaus ging es über den Markt zur Stadtkirche, zum Hafen und von dort zum Kremper Tor. Seine Ausführungen würzte der Stadtführer mit anschaulichen, teils drastischen, Anekdoten, die die Teilnehmer aufmerksam und amüsiert verfolgten.
Markt gehalten wird heute noch und das Wasser pumpen sich die Marktleute ebenfalls noch aus den öffentlichen Brunnen. „Früher entnahmen arme Leute dort ihr Wasser, während die reichen auf ihren Grundstücken private Brunnen hatten“, erklärte Dr. Wilschewski. Auch auf dem Markt habe der Schandpfahl gestanden, vor dem Menschen öffentlich zur Schau gestellt wurden. Einmal habe sich eine Neustädter Bürgerin so gewehrt, dass sie angekettet werden musste und dann in Ohnmacht fiel, aus der sie nicht mehr aufwachte. Niemand sei ihr zu Hilfe gekommen, da der Henker sie angefasst habe. Der Beruf galt als unehrenhaft und so wohnten die Henker in einer damals „schlechten“ Straße, dem Grünen Gang. Die Nachkommen konnten ihrem Schicksal nicht entfliehen und mussten den Beruf ebenso ausüben. Nur ein paar Schritte und wir befanden uns vor der Stadtkirche.

„Man hat gemogelt und das Geld hat für eine echte Basilika wohl nicht gereicht“, sagte Dr. Wilschewski, als die Gruppe in der Kirche Platz genommen hatte. Es gebe eben in der typischen Kirche aus der Zeit, sie wurde Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet, einige Besonderheiten wie auch die sehenswerten Blendfenster. Im Kastenchor, dem ältesten Teil der Kirche, sind übrigens noch original Malereien aus dem Mittelalter zu bewundern.
Nach einem Abstecher zum Stadthafen ging‘s zum Kremper Tor. Dort erfuhren die Teilnehmer, dass Neustadt gegen Dämonen gewappnet war und eine Hundepfote dabei eine große Rolle gespielt habe. Wie das genau zusammenhängt, verraten wir hier nicht und empfehlen Ihnen, selbst an einer Stadtführung in Neustadt teilzunehmen.
Tipp: Stadtführungen, Museums- oder andere Themenführungen können gebucht werden – eine gute Idee für ein Geschenk zum Geburtstag oder zum Jubiläum. Die öffentlichen Stadtführungen unternimmt Melanie Levingstone mit Ihnen. Sie finden jeden Mittwoch jeweils um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist auf dem Marktplatz an der Rathaustreppe. Weiter stehen auf dem Programm Stadt- und Hospitalkirche, Bürgermeisterführung anno 1420 und Hexen- und Sagenführungen, die Dr. Frank Wilschewski anbietet. Die genauen Informationen erhalten Sie unter www.zeittor-neustadt.de.

Vom Marktplatz laufen wir die Brückstraße herunter zum Stadthafen auf der Westseite und schauen bei einem Kaffee den dümpelnden Fischkuttern zu. Tipp: Am 6. Juli wird die Dreimastbark der Nordkirche „Artemis“ in den Neustädter Hafen einlaufen und „Fest machen am frischen Wasser“. So lautet das Motto zum Anlass des Reformationsjubiläum 2017, bei der sich die Nordkirche zu einer Schiffstour aufmacht und die Besucher zu einem Programm vor und auf dem Segler einlädt. Um 14 Uhr beginnt der Familiennachmittag mit Livemusik, Percussion-Workshop, Figurentheater und Schiffsbesichtigung. Neben einer Gutenberg-Druckerpresse wird es auch eine Selfie-Station geben, an der sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Playmobil- Luther fotografieren lassen können. Um 18 Uhr tritt der norddeutsche Pop-Liedermacher Tim Linde mit seiner Band auf und spielt Songs aus seinem aktuellen Programm „Wasser unterm Kiel“. Höhepunkt des Abends ist um 20 Uhr ein großer ökumenischer Festmahls-Gottesdienst mit Gospelchor. Ganz nach biblischem Vorbild wird es dazu Brot und Fisch geben. Zum Abschluss des Abends wird eine Lichterkette rund um das Hafenbecken gebildet. Infos unter www.nordkirche.de.

Segler freuen sich schon auf den 9. Neustadt-Cup, der am 8. Juli stattfindet. Bei der Regatta für Jedermann steht der Spaß am Segeln im Vordergrund. Die ganze Familie ist eingeladen an diesem sportlichen Event teilzunehmen. Gesegelt wird in der Lübecker Bucht um feste Seezeichen. Wie die Vergangenheit zeigt, ob „Profi“ oder „Erstling“ – jeder hat die Chance bei dieser Regatta zu gewinnen. Am Abend wird die Siegerparty mit „Jessen & Melzer“ ab 19.30 Uhr in der Ausstellungshalle gefeiert. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.neustadt-cup.de.

Bühne frei für die 2. Ausgabe der Sommernacht der Kulturen am 14. Juli! 54 Künstler an 45 Orten und ein spektakulärer Abschluss machen Lust auf eine ganz besondere Stadt-Kultur-Tour. Die 2. Ausgabe der Sommernacht der Kulturen verspricht noch interessanter zu werden. Ab 18.00 Uhr, also dem klassischen Feierabend des Innenstadt-Einzelhandels, werden Kleiderständer und Kundenstopper beiseite geräumt, um Raum zu schaffen für die Künstlerinnen und Künstler der Veranstaltung „Sommernacht der Kulturen“. Für viereinhalb Stunden heißt es dann „Bühne frei“ an 45 verschiedenen Kulturorten in Neustadts Innenstadt und rund um den Hafen. Tipp: fulminantes Finale am Hafen mit „Flames of water“ um 22.45 Uhr: Dem Orga-Team ist es gelungen, für das Veranstaltungsende etwas völlig Neues nach Neustadt in Holstein zu holen, die Wassershow: „Flames of water“. Für diese Veranstaltung kommt ein Schwimmpontonverbund zum Einsatz, auf dem die Elemente der Show aufgebaut werden. „Flames of water“ ist eine fantastische Inszenierung, eine Komposition aus Wasser- und Lichteffekten zu Rock-, Popmusik und klassischer Musik. Schauen Sie unter www.sommernachtderkulturen.de, dort finden Sie genaue Informationen.

Wer sich informieren möchte, welche umfangreichen Aufgaben die Küstenwache erfüllt, findet am 15. und 16. Juli im Kommunalhafen Antworten auf seine Fragen. Freuen Sie sich auch auf ein tolles Rahmenprogramm am 8. Tag der Küstenwache in Neustadt. Der Shanty-Chor „Eutiner Wind“ schmettert Seemannslieder, während das Bundespolizei-Orchester in voller Besetzung musiziert. Elmar Gehlen-Fans sollten unbedingt seine Autogramm- stunde nicht verpassen und Plattdeutschliebhaber den Auftritt mit Heinrich Evers nicht. Viele Highlights wie maritime Bastelaktionen, das Küstenwache-Fanclubzelt, die Knotenschule im Segelkutter oder die Mann-über-Bord-Übung stehen auf dem Programm. Infos unter www.stadt-neustadt.de. Tipp: Da Sie sich gerade auf der Ostseite des Hafens befinden, lohnt ein Abstecher zum Glückscafé. Dort gibt’s leckere Waffeln von süß bis deftig.

Am letzten Juliwochenende steht noch ein besonderes Highlight mit Kultstatus auf dem Programm. Die älteste Fischerinnung Deutschlands lädt am 28. und 30. Juli zum Fischeramtsfest am Netztrockenplatz ein. Genauere Information dazu finden Sie auch auf unserer Seite über Fischerfeste in der Region. Anlässlich des Fischeramtfestes legt das Feuerschiff „Fehmarn Belt“ auf der Hafenwest-Seite an und ist im Rahmen von Open-Ship zu besichtigen. Die Fehmarn Belt liegt von Freitag, 13 Uhr bis Sonntag, 13 Uhr im Hafen. Auch das Taucherschulboot JUIST ist am Samstag im Rahmen von Open-Ship zu besichtigen.

Herzlich willkommen heißt es bei der Veranstaltung „Tag der Seenotretter“ (29. und 30. Juli), der in diesem Jahr gleich an zwei Tagen am und im Neustädter Stadthafen veranstaltet wird. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) stellt sich und ihre Arbeit vor, denn die Arbeit wird durch Spenden und freiwillige Zuwendungen finanziert. Viele kennen sicherlich die rot-weißen Spenden-Schiffchen, die an vielen Orten zu finden sind. Beim „Tag der Seenotretter“ kann man mit den „Rettern auf See“ direkt ins Gespräch kommen, am abwechslungsreichen Programm teilnehmen oder mit einem der Schiffe an einer Shuttle- oder Hafenrundfahrt teilnehmen. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt und so gibt es eine Grillstation, einen Eiswagen, Crêpes und Zuckerwaren. Darüber hinaus wird für Kinder eine Hüpfburg aufgebaut und kostenloses Kinderschminken angeboten. Für die Lütten gibt’s übrigens kostenlose Rundfahrten mit dem Motorboot „Eisvogel“. Infos unter www.seenotretter.de.

Tipp: Am 29. und 30. Juli bietet die DGzRS kostenlose Shuttle-Fahrten mit der Barkasse „Wieksberg“ an. Die Fahrgäste können am Anleger „Fischeramt“, Nähe Netztrockenplatz einsteigen oder am Anleger „Kugelbrunnen“ auf der Hafenost-Seite. Sie sehen, in der „hafenheimat“ Neustadt in Holstein ist doll was los und sicher für jeden das Passende dabei.

Foto: Veranstalter

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