ANZEIGE

Interview – Im Gespräch mit Charles Brauer

© Foto: Ute Schendel

Der gebürtige Berliner ist vielen aus älteren Folgen des „Tatort“ geläufig. Doch auch seine prägnante Stimme mag einigen wohl bekannt vorkommen. Was der 81-jährige Wahl-Schweizer für Pläne hat und warum er am 10. Mai in Timmendorfer Strand ist, erzählte er uns im persönlichen Gespräch…

Ihr Schauspieldebüt erlebten Sie mit dem Film „Irgendwo in Berlin“ im Jahr 1946. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Ich war damals elf Jahre alt und vom Kopf her schon ziemlich erwachsen. Der Krieg war vorbei und der Film wurde in den Kriegstrümmern gedreht. Trotz dessen habe ich schöne Erinnerungen an diese Zeit. Wenn das nicht gewesen wäre… wer weiß ob wir dann heute gesprochen hätten. Diese Zeit hat mein Leben sehr beeinflusst.

2018 wirken Sie in einem Zwei-Personen-Ensemble am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater mit. Worum geht es in dem Stück?
Ich spiele einen alten Mann in London. Er ist Einzelgänger, gibt sein Geschäft auf und lebt alleine. Dann begegnet er einer Frau auf merkwürdige Weise und auf genauso merkwürdige Weise kommen die beiden zusammen. Es ist wirklich ein schönes Stück nach dem Drehbuch eines alten englischen Autors.

Die Bühne des Ernst-Deutsch-Theaters ist Ihnen ja nicht unbekannt… Wir haben eine feste Verabredung und wir machen seit 2010 jedes Jahr ein Stück. Meine Frau ist dabei immer Bühnenbildnerin und Gerd Heinz ist Regisseur.

Ab dem Jahr 1986 waren Sie als Tatort-Kommissar im TV zu sehen. Auch bespielten Sie mit Ihrem Kollegen Manfred Krug eine CD: „Tatort-Die Songs“. Ist ein nochmaliger Ausflug in die Musikbranche für Sie denkbar?
Nein, das war damals für mich eine einmalige Sache. Für Manfred Krug aber war es der Beginn, wieder Musik zu machen. Er war in der DDR ein großer Gesangsstar. Wir waren eng befreundet und irgendwann hat sich das mit der Singerei ergeben. Manfred hat sehr viele CDs gemacht. Jetzt gerade auf dem Markt: „Manfred Krug – Seine Lieder“. Unterschiedliche Schauspieler singen darauf Texte, die er geschrieben hat und bringen somit sein Werk zu Ende.

Sie ziehen die Schauspielerei am Theater und Lesungen der Arbeit am Filmset vor. Was lieber?
Ich mache beides sehr gerne.

Sie sagten einmal, dass die Popularität, die sich aus dem Tatort ergeben hat, wichtig für Lesungen oder auch Theaterengagements war. Wo würden Sie Ihrer Meinung nach heute stehen, wenn es Ihre Rolle als Tatort-Kommissar nicht gegeben hätte?
Das weiß ich nicht. Dann hätte ich etwas anderes gemacht, was mich auch bekannt gemacht hätte. Die Kehrseite ist, Gefahr zu laufen, dass man als Tatort-Kommissar erstmal festgelegt wird. Die Leute sehen einen nicht als Schauspieler, sondern halt als Tatort-Kommissar.

Am 10. Mai 2017 sind Sie zu Besuch in Timmendorfer Strand, um in der Trinkkurhalle zu gastieren – worauf darf sich das Publikum freuen?
Bei dem Abend mit dem Untertitel „Satire & Blues in Dur & Moll“ geht es um Kunst. „Hab´n se was mit Kunst am Hut?“ ist ein Gedicht von Robert Gernhardt. Dieses wird, im Wechsel mit Musikbeiträgen der erfahrenen Blues-Größen Abi Wallenstein und Günther Brackmann, humorvoll interpretiert. Es wird ein wunderbarer Abend!

Waren Sie schon mal hier in der Gegend?
Ich habe zwanzig Jahre in Hamburg gelebt. Daher kenne ich sowohl Lübeck als auch die Orte um die Ostsee sehr gut. Der allererste Tatort wurde sogar in einem Travemünder Hotel an der Ostsee gedreht. Ich erinnere mich noch gut – es war im Winter.

Wie schafft man es mit 81 Jahren noch so fit und agil zu sein?
Ich mache nur Dinge die mir Spaß machen. Solche Abende wie am 10. Mai in Timmendorfer Strand machen mir Spaß. Wir haben diese Aktion schon oft in verschiedenen Ecken Deutschlands gemacht. Einmal im Jahr Theater ist auch ok. Im Sommer drehe ich mal wieder einen Film. Auch lese ich gerne Hörbücher vor, wie etwa die von John Grisham. Ich bin gesund und habe Freude am Leben.

Wir bedanken uns für das nette Gespräch und wünschen eine tolle Zeit an der Lübecker Bucht!

© Foto: Ute Schendel

You must be logged in to post a comment Login