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Männer – Smoothies? Ab morgen wieder…

© Foto: deagreez / fotolia

Was für ein geiles Tor! Während ich im Freudenrausch von der Couch aufspringe, fällt die Chipstüte auf den Boden. Der Inhalt der Bierflasche entledigt sich über die sanfte Wölbung meiner Körpermitte, die das Feinrippunterhemd eher spärlich bedeckt. Wie konnte es soweit kommen?

Rückblende: Als die Uhren am Silvesterabend Mitternacht schlugen, prosteten meine Frau und ich uns in netter Freundesrunde zu. Im frisch angebrochenen Jahr sollte wieder einmal alles anders werden. Weniger Zigaretten, dafür mehr Sport und eine bewusste Ernährung. Als stummer Zeuge dieser hehren Vorsätze harrte der jüngst angeschaffte Smoothie-Maker unterm Weihnachtsbaum seiner Bestimmung. Und tatsächlich lief es in den ersten Tagen ganz gut. Gar nicht mal so lecker, aber was so schmeckt, muss schließlich gesund sein, dachte ich mir, als meine bessere Hälfte uns am Neujahrsmorgen einen Bananen-Spinat-Drink (kein Scherz) kredenzte. Am nächsten Tag machte ich mich doch tatsächlich auf ins Fitness-Studio, das mich seit geraumer Zeit als Karteileiche verbuchte. Fünf Kilometer auf dem Laufband, Hanteln stemmen und eine anschließende Runde Radeln auf dem Ergometer – all das setzte meinem an den Müßiggang gewohnten Körper reichlich zu und doch überwog am Ende des Workouts der Stolz, den inneren Schweinehund besiegt zu haben. In der Folgezeit machte ich einen großen Bogen um Döner- und Pommesbuden und ließ die Finger vom geliebten Glimmstängel, was mir nicht nur mein Teint dankte. Nach und nach fand ich sogar Geschmack an salzarmer und glutamatfreier Ernährung. Es hätte alles so schön sein können, wäre da nicht der 20. Januar gewesen. Was macht man an einem Freitagabend alleine, wenn die Frau sich mit Freundinnen trifft? Ein kurzer Blick ins TV-Programm und die Entscheidung war klar. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen bewies endlich einmal, dass die ganzen GEZ-Gebühren nicht vollumfänglich in Helene
Fischer investiert werden, und übertrug den Rückrundenauftakt der Fußballbundesliga. In Wohlfühlmontur machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich. Wie zwei gute alte Freunde begrüßten mich das Sixer Bier und die 200 Gramm Tüte Chips, als ich sie aus ihrer Kellerhaft befreite. Nektar und Ambrosia des gemeinen Mannes verfehlten ihre Wirkung nicht. Erinnerungen an all die schönen Sportereignisse vor der Glotze liefen vor meinem inneren Auge ab. Smoothies konnte ich auch noch in den nächsten Tagen trinken!    pa

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