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Sonderausstellung – Silberglanz & Silbergier im Hansemuseum Lübeck

© KODE/Stiftelsen Bergenssølvet, Foto: Alf E. Andresen/KODE

Im Europäischen Hansemuseum in Lübeck eröffnet am 6. Dezember eine ganz besondere Ausstellung mit kostbaren Silberobjekten unter dem Titel „Silberglanz & Silbergier – Der Silberschatz aus Bergen“. In seiner ersten Sonderausstellung präsentiert das noch junge Museum für elf Wochen wertvolle, historische Silberobjekte der KODE Kunstmuseen in Bergen, Norwegen. Die Ausstellung widmet sich zudem der Geschichte des Silbers mit all seinen glanz- und schattenreichen Facetten.

Herzstück der Sonderausstellung ist eine Sammlung kostbarer Silberexponate aus einem der bedeutendsten Museen Norwegens, die in der Zeit zwischen 1550 und 1750 entstanden sind. Neben der Präsentation kunsthandwerklich hochwertiger Gegenstände, wie Kronen, Humpen, Bestecke oder Amulette, mit denen reiche Bürger einst Status und Macht symbolisierten, thematisiert die Sonderausstellung auch die Geschichte des begehrten Edelmetalls. Nach seiner Entdeckung durch die europäischen Kolonialherren in Amerika wurde es umgehend zum wichtigsten Zahlungsmittel und dominierte als hart umkämpftes Handelsgut die globale Wirtschaft. Die vielschichtige Spur des Silbers zieht sich im Laufe der Jahrhunderte durch alle Kontinente.

Die Geschichte des Silbers reicht bis in die Antike, denn schon hier wurde es zum Bezahlen genutzt. Einen richtigen Aufschwung erlebte das bis dahin seltene Edelmetall allerdings erst mit der Eroberung der neuen Welt. Das leicht formbare Material erfreute sich ab dem 16. Jahrhundert bei den europäischen Kaufleuten großer Beliebtheit und war nicht nur Zahlungsmittel, sondern diente auch als Geldanlage oder zur Demonstration des eigenen Reichtums in Form von Schmuck und Tafelsilber in allen Varianten. Geprägt zum Silber-Peso, der ersten interkontinentalen Währung, wurde das glänzende Gut sogar Vorbild für den späteren US-Dollar.  Doch nicht für alle war das Silber der Weg in eine strahlende Zukunft, wie die Ausstellung erzählt. Die europäischen Entdecker beuteten die Silberadern in Südamerika rücksichtslos aus, bauten gewaltige Minen und schreckten auch vor Massakern an der indigenen Bevölkerung nicht zurück. Je unersättlicher der Abbau, desto schneller wurden die Schattenseiten des Edelmetalls auch in Europa sichtbar: Der Überfluss an Silber führte zur Entwertung – und die Welt, in der die Geschäfte mit der wertvollen Ware schon tiefe Spuren hinterlassen hatten, erlebte ihre erste Inflation.

Durch den Handel mit der Iberischen Halbinsel, die für ihre Flotten vor allem Stockfisch und Holz benötigte, fand das Silber seinen Weg auch ins norwegische Bergen. Die Stadt war für die Hanse von besonderer Bedeutung, denn hier unterhielt sie eines ihrer vier Kontore, das bis ins 17. Jahrhundert Bestand hatte.  Das im Mai 2015 eröffnete Europäische Hansemuseum ist das weltweit größte und modernste Museum zur Geschichte der Hanse. Mit seiner ersten Sonderausstellung vertieft das Haus nicht nur seine besondere Beziehung zu Bergen, wo sich bis 1764 das letzte Kontor der Hanse befand, sondern wird auch seinem Anspruch als europäische Bildungsinstitution gerecht. Die kostbare Schau wird bis zum 26. Februar 2017 gezeigt. Alle Informationen auch zum Rahmenprogramm finden Sie im Internet unter www.hansemuseum.eu.

 

© KODE/Stiftelsen Bergenssølvet, Foto: Alf E. Andresen/KODE

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